Von der Hochschule in die Tech-Branche
Welche Kompetenzen sind in der Tech-Branche gefragt? Drei Creative Computing-Absolvent*innen berichten von ihren Erfahrungen
Im Rahmen der karriere.netzwerk diskutierten drei Creative Computing-Absolvent*innen bei den Success Stories über ihren Weg von der Hochschule in die Praxis: Elina Chebotayeva (Software Engineer bei Dynatrace), Mohammed Al Hamadani (Data Science Engineer bei REWE International AG) und Sebastian Tatar (DevOps Engineer bei Neo Group).
Für die Studierenden im Publikum bot sich die Gelegenheit, aus erster Hand zu erfahren, welche Erfahrungen den Berufseinstieg erleichtern, welche Herausforderungen junge Entwickler*innen erwarten und welche Kompetenzen in der Tech-Branche heute besonders gefragt sind.
Technologie mit Blick auf die Nutzer*innen
Alle drei Absolvent*innen waren sich einig, dass technisches Wissen allein nicht ausreicht. In einer Branche, die sich ständig weiterentwickelt, seien vor allem Neugier, Lernbereitschaft und die Fähigkeit, sich schnell in neue Themen einzuarbeiten, gefragt. „Learn how to learn“ lautete einer der zentralen Ratschläge an die Studierenden.
Arbeitgeber*innen würden insbesondere darauf achten, wie Bewerber*innen mit neuen Herausforderungen, Feedback und Rückschlägen umgehen. Und ob sie technische Zusammenhänge verständlich erklären können. Entwickler*innen arbeiten in der Praxis regelmäßig mit Personen zusammen, die keinen technischen Hintergrund haben. Wer nicht nur programmieren, sondern auch vermitteln kann, warum und wie eine Lösung funktioniert, bringe eine wichtige Kompetenz mit.
Der nutzerzentrierte Ansatz, der im Creative Computing-Studium vermittelt wird, sei dabei ein klarer Vorteil gegenüber vielen rein technisch ausgerichteten Ausbildungswegen an anderen Hochschulen.
Projekte und Portfolio machen den Unterschied
Ein wiederkehrendes Thema waren Projekte außerhalb des regulären Studiums. Ob Coding Challenges, Game Jams, persönliche Softwareprojekte oder eine eigene Portfolio-Website: Solche Initiativen zeigen nicht nur technisches Können, sondern auch Eigenmotivation und echtes Interesse am Fachgebiet.
Für Bewerbungen seien sie oft aussagekräftiger als reine Studienleistungen.
Sebastian Tatar rät in Bezug auf die Suche nach einem Praktikumsplatz: „Man muss Geduld haben. Geduld ist immer der Schlüssel.“
Soft Skills und Freundschaften als Erfolgsfaktor
Neben technischem Verständnis wurden auch soziale Kompetenzen als entscheidend hervorgehoben. Softwareentwicklung sei Teamarbeit: Wer komplexe Probleme verständlich erklären, Wissen teilen und mit unterschiedlichen Personen zusammenarbeiten kann, bringe wichtige Voraussetzungen für den Berufsalltag mit.
Gleichzeitig betonten die Gäste, wie wertvoll die Freundschaften und Netzwerke aus dem Studium sind. Viele Kontakte begleiten sie bis heute sowohl beruflich als auch privat. „Wenn du schnell ankommen willst, geh allein. Wenn du aber weit kommen willst, dann geh mit anderen zusammen“, sagt Mohammed Al Hamadani.
Lernen hört nie auf
Ein Thema, das alle drei Absolvent*innen beschäftigte, war das sogenannte Impostor Syndrome. Gerade beim Berufseinstieg, bei Bewerbungen oder der Teilnahme an Coding Challenges und Game Jams hätten viele das Gefühl, noch nicht gut genug zu sein oder zuerst mehr lernen zu müssen.
Die Gäste machten den Studierenden jedoch Mut, sich davon nicht bremsen zu lassen: Man werde sich selten zu hundert Prozent bereit fühlen. Entscheidend sei, Chancen trotzdem zu ergreifen und auch mögliche Rückschläge als Teil des Lernprozesses zu verstehen.
„Du wirst dich nie wirklich bereit fühlen, aber mach es einfach. Tapp nicht in diese Falle, sondern mach bei Coding-Challenges mit. Das ist gut für deinen Lebenslauf und für deine Karriere“, sagt Elina Chebotayeva.
Wertvolle Insights & praktische Tipps für Studium und Beruf | Copyright: Viola Voldrich
Austausch auf Augenhöhe
Ein herzliches Dankeschön an alle Absolvent*innen, die sich Zeit genommen haben, ihre Erfahrungen mit unseren Studierenden zu teilen. Die Podiumsdiskussion hat einmal mehr gezeigt, wie vielfältig die Karrierewege nach einem Studium an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten sind und wie wertvoll der Austausch zwischen Absolvent*innen und Studierenden sein kann.