BRAND SLAM 2026: Almdudler - "Geh ma Dudeln"
Almdudler zwischen Tradition, Emotion und Zukunft - Elena Gorschak, Produktmanagerin bei Almdudler zu Gast beim BRAND SLAM
Was steckt wirklich hinter einer Marke, die fast jeder kennt? Beim BRAND SLAM an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten plauderte Elena Gorschek aus dem Nähkästchen und gab den Studierenden Einblicke hinter die Kulissen einer der bekanntesten österreichischen Marken. Von der Markenstrategie über den Sprung nach Deutschland bis hin zu der Frage, wie man eine Traditionsmarke lebendig hält, ohne ihren Kern zu verlieren.
Von der Sprudelfabrik zur Alpenkräuterlimonade Nr. 1
Die Geschichte von Almdudler beginnt 1886 mit einer Wiener Sprudelfabrik der Familie Klein. 1957 meldete Erwin Klein die Marke an, mit einer Story, die persönlicher kaum sein könnte. Die erste Flasche war ein Hochzeitsgeschenk an seine Frau. Bis heute wurde dieses Design nur in sanften Nuancen angepasst und modernisiert. Seither ist Almdudler ein österreichisches, eigentümergeführtes Familienunternehmen geblieben.
Was „Almdudler“ eigentlich bedeutet? Auf der Alm dudeln bedeutet im Wienerischen jodeln und genau diesen unbeschwerten, alpinen Geist trägt die Marke bis heute mit sich. Mit einer Markenbekanntheit von 98 % in Österreich und der einzigartigen Almhütte am Wiener Headquarter hat Almdudler eine Heimat geschaffen, die weit über das Getränk hinausgeht.
Sanftes Anpassen ohne den Kern zu verlassen
Die Markenwerte von Almdudler sind, wie Elena Gorschek betonte, „heilig". Im Zentrum steht dabei vor allem die Geselligkeit. So ist klar: „Almdudler ist dort, wo Menschen zusammenkommen und wo man das Leben mit Leichtigkeit feiern kann." Dazu kommen Neugier, Offenheit und Unbeschwertheit – Werte, die sich auch in der Kommunikation widerspiegeln.
Das Trachtenpärchen etwa wurde seit seiner Einführung nur behutsam weiterentwickelt. Frisur, Hüte, kleine Details wurden im Laufe der Jahre angepasst, nie mehr als nötig. Zum 60-jährigen Jubiläum gab es die letzte größere Anpassung, die man heute in den Supermärkten findet. Auch die charakteristische Formflasche ist mehr als Design – sie ist eine geschützte 3D-Marke. So bleibt Almdudler unverwechselbar und kann nicht einfach imitiert werden.
Die Alpen in die Stadt bringen: Deutschland als Fokusmarkt
Seit einigen Jahren wird Almdudler internationaler und legt seit 2019 einen Fokus auf Deutschland. Dazu wurde im Herbst 2024 in Köln ein eigenes Büro gegründet, dessen Eröffnung in Köln und Düsseldorf mit einer eigenen (D)OOH-Kampagne gefeiert wurde. „Wir haben versucht, die Alpen in die Stadt zu bringen und haben damit ein erstes Zeichen gesetzt, dass wir es ernst meinen.“ Eine Kampagne, auf die Gorschek besonders stolz ist und für die sie einen CCA-Award gewonnen hat.
Die Herausforderung: Während Almdudler in unserem Nachbarland stark mit Österreich, Urlaubserlebnissen und einem positivem Heimatgefühl assoziiert wird, ist die Marke bislang noch wenig im alltäglichen Konsumverhalten der Zielgruppe verankert. Die Antwort darauf ist ein Kommunikationsansatz, der die Marke gezielt von ihrer bisherigen Fokussierung auf alpines Lebensgefühl hin zu einer stärkeren Alltagsrelevanz weiterentwickelt. Dieser Ansatz wird derzeit im Rahmen einer umfassenden Neupositionierung erarbeitet.
Während Almdudler in Österreich eher ländlich verankert ist, muss sich der ikonische Claim der Marke „Wenn die kan Almdudler hab'n, geh' ma wieder ham" in andere Märkten wie Deutschland, anpassen.
Traditionelle Markenzeichnung mutig inszeniert
Auch wenn die Markenwerte stabil bleiben, lässt Almdudler in der Inszenierung durchaus Spielraum. Mit Art- und Pride Editions, einer Comic-Version und der Oktoberfest-Kollektion in Zusammenarbeit mit Designerin Marina Hörmannseder zeigt die Marke, dass das Trachtenpärchen „bei uns nicht starr ist, sondern mit Augenzwinkern und viel Neugier" in alle Richtungen wandern kann.
Auch bei Events ist Almdudler ganzjährig präsent: als Hauptsponsor bei den Maturareisen X Jam, am Woodstock der Blasmusik, beim Donauinselfest und in diversen Ski- und Wanderkontexten. Der Anspruch ist, nicht nur im Sommer, nicht nur am Berg, sondern das ganze Jahr über im Leben und Alltag der Zielgruppe stattfinden.
Was konsequente Markenführung wirklich bringt
Eine der zentralen Botschaften des Abends: Marketingentscheidungen müssen sich auf mehr stützen als auf Intuition. Denn während man mit Bauchgefühl immer eine gewisse Wahrscheinlichkeit hat, danebenzuliegen, erhöht konsequente Marktforschung die Treffsicherheit enorm.
Was jahrelange Markenarbeit bewirken kann, zeigt sich bei Almdudler auch abseits klassischer Werbung. Die Marke taucht unbezahlt in internationalen Serien auf – einfach weil sie so sehr zu Österreich gehört. Genau das macht die Arbeit so besonders: „Du arbeitest für eine coole Brand und kannst die Menschen zum Lächeln bringen."
Mit der Message, „Dinge die gut sind, müssen nicht gut bleiben, sondern können exzellent werden", und einem klaren Stay-tuned für alles was noch kommt, hinterließ Elena Gorschek bei den Studierenden nicht nur Einblicke in eine der bekanntesten Marken Österreichs, sondern auch eine inspirierende Perspektive, die für den eigenen Weg mitgenommen werden kann.
In diesem Sinne: Geh ma Dudeln.
Mehr dazu?
In der BRAND SLAM Nachlese finden Sie weitere interessante Insights unserer Markenexpert*innen.
Text: Annika Strunz und Klara Fahrner, 4. Semester Bachelorstudium Marketing & Kommunikation