DGPuK-Jahrestagung 2026 an der USTP
Medienproduktion und Kreativbranche zwischen Nische und Mainstream
Ein Artikel von Patricia Tröstl (Studentin Medienmanagement)
Vom 23. bis 25. September 2026 fand die DGPuK-Jahrestagung an der USTP statt – und für mich hieß es: drei Tage in die spannende Welt der Medienökonomie und -soziologie einzutauchen. Als studentische Assistentin von FH-Prof. Dr. Jan Krone durfte ich bei der diesjährigen Tagung nicht nur als Zuhörerin dabei sein, sondern direkt an der Eventorganisation teilhaben, vom Aufbauen bis hin zu vielen kleinen organisatorischen Entscheidungen.
Für mich war es großartig, einmal hautnah mitzuerleben, wie so eine wissenschaftliche Veranstaltung abläuft und was hinter den Kulissen passieren muss, damit alles reibungslos funktioniert. Und natürlich habe ich mir auch das ein oder andere Panel nicht entgehen lassen.
Auftakt im Cinema Paradiso
Was gleich zu Beginn einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat, war der Auftakt am Mittwochabend. Dieser fand nämlich nicht in einem Vorlesungssaal statt, sondern im Cinema Paradiso in St. Pölten. In Kinosaal-Atmosphäre tauchten Forscher*innen sowie Studierende gespannt in die Tagung ein.
Passend zur Kinoatmosphäre gab uns Viktoria Schaberger (Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit im Cinema Paradiso und ehemalige Medienmanagement-Studentin) spannende Einblicke in die Kinobranche und Rolle der Programmkinos in Österreich. Den perfekten Abschluss der Vorstellung im Cinema Paradiso bildeten zwei studentische Kurzfilme aus dem Masterstudiengang Digital Media Production – ein perfekter Moment, um zu sehen, was an unserer Hochschule kreativ entsteht.
Theorie live miterleben
Auch das Programm am nächsten Tag war für mich eine prägende Erfahrung. Mit seiner Keynote „Filmproduktion zwischen Mainstream und Nische“ gab Oliver Auspitz (MR-Film und Gamma Film) einen Einblick in die österreichische Filmbranche und fesselte das Publikum mit seiner Expertise. Angesprochen auf die Herausforderungen der Branche, fand der österreichische Filmproduzent eine klare Antwort:
„Digitale Ausspielungskanäle schaffen tatsächlich eine Menge neuer Kreativität und Vielfalt.“
Allgemein war es faszinierend, einfach mal live dabei zu sein – Expert*innen in Gesprächen mitzubekommen und unterschiedliche Arbeits- und Vorgehensweisen von Fachpersonen mitzuerleben. Und wenn in den anschließenden Panels Themen wie methodische Zugänge, Unternehmenskulturen, Public Value oder der Einsatz von KI diskutiert wurden, verwandelte sich die oft sehr theoretische Literatur aus unserem Studium plötzlich in greifbare, aktuelle Diskussionen.
Raus aus den Panels
Ein weiteres Highlight war für mich das Konferenzdinner im Rendlkeller. Nach einem langen Tag voller Vorträge und Diskussionen eine angenehme Abwechslung und ein nettes Zusammenkommen aller Gäste. Dass an diesem Abend auch der Nachwuchspreis der Fachgruppe Medienökonomie verliehen wurde, passte perfekt zu dieser wertschätzenden Stimmung.
Klaus Beck (Universität Greifswald) und operative Tagungsorganisatorin Patricia Tröstl (USTP) am Campus St. Pölten (25.09.2026). // Foto: Jan Krone
Vom Lehrbuch ins Interview
Mein persönliches Highlight der Tagung war es, einige Persönlichkeiten aus der deutschsprachigen Medienforschung einmal persönlich kennenlernen zu dürfen – wie etwa Klaus Beck, dessen Werk „Kommunikationswissenschaft“ uns bereits seit dem 1. Semester begleitet.
Im persönlichen Gespräch fragte ich ihn, welche Kompetenzen angehende Medienmanager*innen heute unbedingt entwickeln müssen. Dabei betonte er vor allem das Hintergrundwissen, das Hochschulen vermitteln müssen:
„Medien haben eine gesellschaftliche Funktion. Es ist für eine Demokratie zentral, dass eine funktionierende Öffentlichkeit da ist, die sich eben nicht nur nach kommerziellen Profitinteressen orientiert.“
Ein Gedanke, der zeigt, wie wichtig eine fundierte Ausbildung für die Medienbranche von morgen ist.