Die besten Werbespots der Welt
Gastvortrag von Maximilian Mondel im Bachelor „Marketing & Kommunikation“
Was macht Werbung wirklich wirksam – und warum bleiben manche Spots im Kopf, während andere sofort verpuffen? Diese Frage beantwortete ein Gastvortrag von Maximilian Mondel (MOMENTUM Wien) im Bachelor-Studiengang Marketing & Kommunikation. Anhand internationaler Best-Practice-Beispiele zeigte Mondel, wie sich Kreativität, Strategie und handwerkliche Exzellenz in Werbefilmen verbinden.
Im Mittelpunkt stand keine nostalgische „Best-of“-Show, sondern eine analytische Sicht auf Werbung:
- Welche Mechanismen erzeugen Aufmerksamkeit,
- welche sorgen für Verständnis
- und welche führen dazu, dass Markenbotschaften erinnert werden?
Mondel diskutierte mit den Studierenden Spots aus unterschiedlichen Ländern und Branchen und ordnete deren Wirkung entlang von Insight, Botschaft und Inszenierung ein.
Was einen Spot "Weltklasse" macht
Mondel strukturierte die Beispiele entlang klarer Kriterien:
- Erstens: ein präziser Ausgangspunkt – ein Problem, ein Bedürfnis oder ein Konflikt, der sofort nachvollziehbar ist.
- Zweitens: eine Idee, die sich einfach erklären lässt.
- Drittens: Stringenz in der Umsetzung – vom Casting über Kamera und Schnitt bis zum Sounddesign.
- Viertens: Brand Fit. Der Spot muss zur Marke passen, sie stärken und im besten Fall eine klare Rolle im Markenbild einnehmen.
Besonders deutlich wurde: „Kreativ“ ist nicht automatisch „laut“. Einige der gezeigten Arbeiten setzten auf Reduktion und Timing. Humor, Emotion oder Überraschung sind Werkzeuge – nicht Selbstzweck. Entscheidend ist, ob die Dramaturgie den Markenkern trägt und die Botschaft ohne Umwege beim Publikum ankommt.
Storytelling, Handwerk und Mut zur Klarheit
Ein Schwerpunkt lag auf Storytelling-Mechaniken: Aufbau von Spannung, überraschende Wendungen, starke Figuren und ein Ende, das den Markenbezug sauber auflöst. Gleichzeitig ging es um das „unsichtbare“ Handwerk hinter den Spots – etwa darum, wie Rhythmus im Schnitt Aufmerksamkeit steuert oder wie Sound und Musik Emotionen präzise setzen.
Auch der Umgang mit Risiko wurde thematisiert. Weltweit ausgezeichnete Spots wirken oft so, als wären sie selbstverständlich – tatsächlich steckt dahinter die Entscheidung, eine klare Haltung einzunehmen: eine Perspektive, eine Tonalität, ein Thema. Mut zur klaren Idee ist meist wirkungsvoller als der Versuch, es allen recht zu machen.
Von der Inspiration zur Anwendung im Studium
Der Vortrag war dialogorientiert. Die Studierenden bewerteten einzelne Spots spontan nach Wirkung, Verständlichkeit und Markenpassung und diskutierten, welche Elemente sie in eigenen Projekten übernehmen würden – und welche nicht. Als roter Faden blieb eine einfache Formel: konsequente Zielgruppenperspektive, ein klarer Kern („Single-minded Message“) und eine Umsetzung, die die Leitidee nicht verwässert.
Praxisbezug als Fixpunkt im Studiengang
Gastvorträge wie jener von Maximilian Mondel sind ein wichtiger Bestandteil des Bachelor-Studiengangs Marketing & Kommunikation. Sie bringen aktuelle Perspektiven aus der Branche in den Hörsaal und helfen Studierenden, Qualitätsmaßstäbe für professionelle Kommunikation zu entwickeln. Gleichzeitig sind sie ein Realitätscheck: Ist die Idee wirklich stark? Passt sie zur Marke? Und kann sie in wenigen Sekunden verstanden werden?