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ECREA 2026 - Shifting Grounds

Studiengangsleiterin Irmgard Wetzstein präsentiert Studie zum Thema Gendermedizin und öffentlichem Diskurs bei internationaler Fachkonferenz

Von 8. bis 11. September fand an der Masaryk Universität in Brünn (Tschechien) die 11. Ausgabe der European Communication Research and Education Association (ECREA) statt. Die kommunikationswissenschaftliche Konferenz ist ein wichtiger und etablierter Fixpunkt für europäische Kommunikations- und Medienforschende und wird alle zwei Jahre abgehalten.

Vortrag und Studie „Gender medicine in the public eye”

Irmgard Wetzstein, Leiterin des Bachelor-Studiengangs Management & Digital Business an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten, war mit einem Vortrag zum Thema „Gender medicine in the public eye. Written and visual coverage in Austrian newspapers between 2010 and 2025.” im Tagungsprogramm vertreten.

Der Vortrag widmete sich der Frage, wie in österreichischen Zeitungen zwischen 2010 und 2025 über Gendermedizin berichtet wurde, eine nach wie vor recht junge medizinische Wissenschaftsdisziplin, die Symptome, Diagnostik und Behandlung geschlechtssensibel adressiert und psychosoziale sowie gesellschaftliche Kontexte von Gesundheit und Krankheit berücksichtigen will. Die Ergebnisse der quantitativ-inhaltsanalytischen Studie wurden im Rahmen des Panels „Representations and Comments in News Media“ der Gender, Sexuality and Communication Section vorgestellt und anschließend diskutiert.

Sie zeigen langsame Entwicklungen der Berichterstattung über einen 16-jährigen Zeitraum: Zunehmend werden zum Beispiel neben biologischen Geschlechterperspektiven auch psychosoziale Faktoren und gesellschaftliche Verantwortung adressiert. Unverändert über den gesamten Analysezeitraum bleibt allerdings, dass Sprecher*innen und Akteur*innen in der Berichterstattung überwiegend weiblich sind und Perspektiven jenseits der binären Geschlechterordnung kaum sichtbar werden, ebenso wie Verknüpfungen von Gender mit weiteren sozialen Ungleichheitskategorien, wie etwa sozialer Status oder Ethnizität. In der visuellen Darstellung überwiegen Porträtfotos medizinischer Expertinnen sowie Stockfotos bzw. generische Bilder von Betroffenen.

Eine Publikation zu diesen und weiteren Ergebnissen im Detail ist zeitnah geplant.

„Gendermedizin ist keine Nische, sondern Grundvoraussetzung für sichere, wirksame und gerechte Gesundheitsversorgung“

„Gendermedizin ist keine Nische, sondern Grundvoraussetzung für soziale Nachhaltigkeit im Sinne einer sicheren, wirksamen und gerechten Gesundheitsversorgung, die erkennt, dass Gesundheit und Krankheit in gesellschaftliche, psychosoziale, kulturelle und organisationale Kontexte eingebettet sind. Die geschlechterspezifische Perspektive auf Symptome, Diagnose und Behandlung kann lebensrettend sein, weil sie verhindert, dass Erkrankungen übersehen, fehlgedeutet oder unzureichend behandelt werden – und das betrifft uns alle. Die Erforschung des öffentlichen Diskurses ist daher kein akademisches Add-on, sondern essenziell, weil Medien und Debatten die Deutungsmacht darüber setzen, was – auch im Kontext von Gesundheit und Krankheit - als „normal“, „wichtig“ oder „glaubwürdig“ gilt und wo Verantwortung liegt“, so Irmgard Wetzstein.

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FH-Prof. Mag. Dr. Wetzstein Irmgard, Bakk., MA

FH-Prof. Mag. Dr. Irmgard Wetzstein , Bakk., MA

Studiengangsleiterin Management und Digital Business (BA) Department Digital Business und Innovation