Franz-Bogner-Wissenschaftspreis für Bachelorarbeit zur Windkraftdebatte
Lena Wagner erhält für ihre Bachelorarbeit zur Windkraftdebatte einen Franz-Bogner-Wissenschaftspreis für PR
Am 28. Mai 2026 hat Lena Wagner in Wien einen der diesjährigen Franz-Bogner-Wissenschaftspreise für PR erhalten. Ausgezeichnet wurde ihre Bachelorarbeit im Studiengang Medienmanagement an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten, die sich mit den Kontroversen um den Bau von Windkraftanlagen in Niederösterreich beschäftigt. Es ist bereits die zweite Auszeichnung für die Studie: 2025 bekam Lena Wagner dafür einen Different Brilliant Award. Betreut wurde die Arbeit von Simon Ganahl, der als Researcher in der Forschungsgruppe Media Business am Institut für Creative Media Technologies (ICMT) tätig ist.
Wer wird in Umweltdebatten gehört?
Im Zentrum der Arbeit steht eine einfache, aber wesentliche Frage: Wer wird in Umweltdebatten eigentlich gehört – und wer nicht? Die Fallstudie konzentriert sich auf den seit 2023 geplanten Bau mehrerer Windräder im niederösterreichischen Waldviertel, ein Vorhaben, das eine breite öffentliche Debatte auslöste. Lena Wagner analysierte die Inhalte diverser Medienbeiträge in dieser Kontroverse und stützte sich dabei theoretisch auf die Diskursethik von Jürgen Habermas, die Umweltethik von Konrad Ott und das Verantwortungsprinzip von Hans Jonas.
Das Ergebnis ist deutlich: Menschliche Interessen kamen fast dreimal so häufig vor wie die Anliegen jener Akteure, die nicht für sich selbst sprechen können – Tiere, Pflanzen, Ökosysteme und künftige Generationen. Auch die Kommunikationsformen unterschieden sich stark. Während institutionell verankerte Befürworter*innen auf sachliche Formate wie Pressemitteilungen und Studien setzten, griffen die überwiegend in Bürgerinitiativen organisierten Gegner*innen zu emotionaleren Mitteln wie Memes, Musik und Videos. Sichtbar wurde dabei ein strukturelles Machtungleichgewicht.
Aus der Forschung in die Lehre
Die Studie entstand im Kontext des Forschungsprojekts Climate Media Frames (CliMeF) am Institut für Creative Media Technologies (ICMT) und zeigt exemplarisch, wie an der USTP Forschung und Lehre ineinandergreifen.
"Lena Wagners Bachelorarbeit ist ein hervorragendes Beispiel für die Verknüpfung von Forschung und Lehre, die wir am Department Medien und Digitale Technologien und besonders im Studiengang Medienmanagement fördern", sagt Simon Ganahl und führt weiter aus: "Ihre Studie bestätigt unsere Forschungsergebnisse, dass wir als Gesellschaft im Allgemeinen – und vor allem auch in Niederösterreich – neue partizipative und nicht nur menschenzentrierte Ansätze für die Umwelt- und Klimakommunikation finden müssen."
Maßstäbe für faire Umweltkommunikation
Aus den Ergebnissen leitet die Arbeit konkrete Ansätze ab, wie mediale Kommunikation in Umweltdebatten gerechter werden kann: frühzeitige Partizipation, die Förderung inklusiver Dialogformate, eine institutionelle Stärkung marginalisierter Stimmen und mehr mediale Sichtbarkeit ethischer Fragen. Damit liefert sie nicht nur eine Analyse der Windkraftdebatte, sondern auch Maßstäbe für künftige Umweltkommunikation – ein Thema, das in Niederösterreich sehr aktuell bleibt.
Weiterführende Links
Mag. Dr. Dr. phil. Simon Ganahl
ResearcherForschungsgruppe Media Business
Institut für Creative\Media/Technologies Department Medien und Digitale Technologien