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Ideen, die picken bleiben

Bernadette Ruess vom Österreichischen Patentamt zeigte Marketing-Studierenden, wie interne Kommunikation Mitarbeitende wirklich aktiviert.

Wie schafft man interne Kommunikation, die nicht nur informiert, sondern Menschen tatsächlich miteinander ins Gespräch bringt? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Gastvortrags von Bernadette Ruess, Stv. Abteilungsleiterin Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation im Österreichischen Patentamt, an der USTP - University of Applied Sciences St. Pölten.

Der Vortrag fand am 27. Mai im Rahmen der Lehrveranstaltung „Interne Kommunikation“ im 4. Semester des Bachelor-Studiengangs Marketing & Kommunikation statt. Im Mittelpunkt stand eine ausgezeichnete Case Study: eine interne Kommunikationskampagne des Österreichischen Patentamts, die in der Kategorie „Interne Kommunikation“ mit dem Staatspreis PR prämiert wurde.

Vom Jubiläum zur aktivierenden Kommunikationsidee

Ausgangspunkt war das 125-jährige Bestehen des Österreichischen Patentamts. Statt einer klassischen Festschrift, eines förmlichen Empfangs oder üblicher Jubiläumsgeschenke entwickelte das Kommunikationsteam ein Stickeralbum zur Geschichte des Patentamts. Ziel war es, die Mitarbeitenden aktiv einzubinden, Wissen über die Organisation spielerisch zu vermitteln und den Austausch über Abteilungen, Hierarchieebenen und Generationen hinweg zu fördern.

Das Stickeralbum umfasste 32 Seiten, 30 Sticker und wurde in 470 Exemplaren produziert. Inhaltlich setzte es nicht auf eine reine Chronologie, sondern auf thematische Schwerpunkte wie Frauen in der Geschichte des Patentamts, veränderte Arbeitsbedingungen oder Internationalität. Das Maskottchen „Brainy“ führte mit humorvollen Kommentaren durch das Album.

Interne Kommunikation, die Verhalten auslöst

Besonders relevant für die Studierenden war die klare Verbindung von Kommunikationsziel, Zielgruppe, Mechanik und Wirkung. Das Stickeralbum war nicht nur ein nettes Give-away, sondern ein bewusst entwickeltes Kommunikationsinstrument: Sammeln und Tauschen erzeugten automatisch Begegnung. Aus einer analogen Maßnahme entstand Austausch im Haus, in Kaffeerunden, bei Tauschbörsen und im Intranet.

Ergänzt wurde die Kampagne durch ein Kick-off-Event, ein interaktives Quiz, versteckte Stickerpackungen im Gebäude, eine Schnitzeljagd im Intranet und eine digitale Community. Damit wurde aus einer einzelnen Idee eine mehrstufige interne Kommunikationskampagne mit analoger und digitaler Verlängerung.

Konkreter Mehrwert für die Studierenden

Für die Studierenden war der Vortrag vor allem deshalb wertvoll, weil er interne Kommunikation nicht abstrakt behandelte, sondern als klar planbaren Prozess zeigte. Sie konnten nachvollziehen, wie aus einer Ausgangssituation eine strategische Idee wird – und wie diese Idee anschließend in Maßnahmen, Touchpoints und messbare Ergebnisse übersetzt wird.

Der Case zeigte konkret:

  • Interne Kommunikation braucht ein klares Problem, nicht nur einen Anlass.
  • Eine gute Idee muss zur Organisation passen und Verhalten auslösen.
  • Gamification funktioniert nur, wenn sie einen echten sozialen Mechanismus hat.
  • Analoge Maßnahmen können digitale Kanäle stärken, wenn sie richtig verlängert werden.
  • Wirkung muss nachweisbar sein, sonst bleibt interne Kommunikation reine Behauptung.

Genau darin lag der zentrale Lerneffekt: Die Studierenden sahen, wie interne Kommunikation geplant, begründet, umgesetzt und evaluiert wird – von der Zieldefinition bis zu messbaren Ergebnissen.

Wirkung über die Kampagne hinaus

Die Ergebnisse der Kampagne zeigten deutlich, dass interne Kommunikation dann stark ist, wenn sie Mitarbeitende nicht nur adressiert, sondern beteiligt. Laut Präsentation erhielten 95 Prozent der Belegschaft ein Album und beklebten es. Die Zahl der Intranet-Communities stieg von zwei auf zwanzig; diese wurden anschließend von Mitarbeitenden selbst weitergeführt. Zusätzlich wurde eine englische Ausgabe für eine internationale Konferenz produziert.

„Gute Interne Kommunikation spricht nicht über Mitarbeitende, sondern bringt sie miteinander ins Gespräch. Genau dann entsteht Wirkung, die über eine einzelne Maßnahme hinausgeht“, so Bernadette Ruess.

Der Gastvortrag machte damit sichtbar, was professionelle interne Kommunikation leisten kann: Sie übersetzt Organisationsziele in konkrete Erlebnisse, schafft Austausch und stärkt Zugehörigkeit. Für die Studierenden des Bachelor-Studiengangs Marketing & Kommunikation bot die Case Study einen praxisnahen Einblick in ein Berufsfeld, in dem Strategie, Kreativität, Projektmanagement und Wirkungsmessung unmittelbar zusammengehören.

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FH-Prof. Mag. Kammerzelt Helmut, MAS

FH-Prof. Mag. Helmut Kammerzelt , MAS

Studiengangsleiter Marketing und Kommunikation (BA) Stellvertretender Studiengangsleiter Digital Marketing und Kommunikation (MA) Mitglied des Kollegiums 2023 bis 2026 Department Digital Business und Innovation