Jubiläum für Forschungsverbund
Das Forschungsnetzwerk Interdisziplinäre Regionalstudien (first) feiert sein 10-jähriges Bestehen
Regionen stehen vor einer Vielzahl an gesellschaftlichen Herausforderungen – etwa im Bereich der Migration, Inklusion, Wohlstandsverteilung, Armut und Ernährung. Vor zehn Jahren startete first, das Forschungsnetzwerk Interdisziplinäre Regionalstudien, um zu den dringenden Fragen Lösungen zu erforschen und Antworten zu liefern. Diese bahnbrechende Initiative des Landes Niederösterreich feierte gemeinsam mit namhaften Forscher*innen und Vertreter*innen der Politik am 11. Juni mit einer Festveranstaltung in der NÖ Landesbibliothek ihr Jubiläum.
„Im Forschungsnetzwerk Interdisziplinäre Regionalstudien kooperieren sechs geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Institute mit Sitz in Niederösterreich. first ist ein zentraler Pfeiler der FTI-Strategie Niederösterreichs. Was mit einer innovativen Idee begann, hat sich zu einem österreichweit einzigartigen Best-Practice-Modell entwickelt. Es geht um gemeinsames Forschen im Verbund, das beste Qualität liefert und Projekte von größerer Dimension ermöglicht, als sie von einzelnen Instituten für sich alleine bewältigt werden können“, sagt Johannes Pflegerl, Leiter des Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten und einer der first-Sprecher.
Das Netzwerk hat in den zehn Jahren zahlreiche Drittmittelprojekte ermöglicht, transdisziplinäre Vernetzung gefördert und die Sichtbarkeit der Forschung im Bereich der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften gesteigert. Trotz zunehmender Konkurrenz im internationalen Forschungsbetrieb setzt das Netzwerk auf die Stärke gemeinsamen Tuns – flexibel, kooperativ und zukunftsorientiert.
Dissertation und Stiftungsprofessur zum Thema Migration an der USTP
„first stärkt geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Institute und bringt den Forschungsstandort Niederösterreich nachhaltig voran. Für unser Institut war und ist das Netzwerk eine großartige Bereicherung, die völlig neue Möglichkeiten eröffnet hat“, sagt Pflegerl.
So entstand im Rahmen von first etwa eine der ersten geförderten Dissertationen an Pflegerls Institut. Forscherin Katharina Auer-Voigtländer, nun Leiterin des Department Soziales an der USTP, untersuchte in ihrer Doktorarbeit, wie fluchtmigrierte Menschen in Österreich ankommen. Sie stellte dabei das Erleben der betreffenden Menschen selbst in den Mittelpunkt, was in der Fluchtmigrationsforschung bislang kaum geschah. 2024 schloss sie ihr Doktorat mit summa cum laude ab.
Im Umfeld von first angesiedelt ist auch eine vom Land Niederösterreich geförderte Stiftungsprofessur an der USTP zur Migrationsforschung. Die Stiftungsprofessur „Migration, interne Grenzregime und Bürokratie“ befasst sich mit der bürokratischen Praxis beim Zugang von Migrant*innen zum Gesundheits- und Sozialsystem.
Festakt in der NÖ Landesbibliothek
Den Festvortrag bei der Jubiläumsveranstaltung am 11. Juni in der NÖ Landesbibliothek hielt die international profilierte Intellektuelle und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann. Außerdem zeigten Forscher*innen des Verbunds in einer Leistungsschau und durch Ausblicke auf die Zukunft, dass first größer ist als die Summe seiner Teile – ein Erfolgsmodell mit internationaler Anerkennung.
„first ist heute relevanter denn je. In herausfordernden Zeiten stärkt es nicht nur unsere Institute, sondern den gesamten Forschungsstandort Niederösterreich. Wir blicken optimistisch ins zweite Jahrzehnt und freuen uns auf neue gemeinsame Projekte“, so Pflegerl.
An first beteiligt sind die folgenden Institutionen: Institut für jüdische Geschichte Österreichs (Injoest) in St. Pölten, Institut für Geschichte des ländlichen Raumes in St. Pölten, Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung in Raabs an der Thaya, Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit (IGLR) der Universität Salzburg mit Sitz in Krems, das Department für Kunst- und Kulturwissenschaften der Universität für Weiterbildung Krems und das llse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung der USTP.
first – Forschungsnetzwerk Interdisziplinäre Regionalstudien
FH-Prof. Mag. Dr. Johannes Pflegerl
Institutsleiter Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung Hochschul-Dozent Stellvertretender Departmentleiter Department Soziales