KI-Innovationen für Gesundheit und Medizin
Fachtagung build.well.being an der USTP vernetzt Forschung, Praxis und Studierende
Die Fachtagung build.well.being an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten widmete sich aktuellen Entwicklungen im digitalen Gesundheitswesen. Unter dem diesjährigen Schwerpunkt „Assistants & Agents in Digital Health“ diskutierten Expert*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis, wie digitale Technologien – insbesondere künstliche Intelligenz – die Gesundheitsversorgung verändern und verbessern können.
Moderne digitale Technologien unterstützen medizinisches und Pflegepersonal zunehmend bei der Betreuung von Patient*innen sowie bei Diagnose, Forschung und Therapien. Davon profitieren Patient*innen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie sich innovative Technologien sinnvoll in Prävention, Diagnostik, Therapie und Pflege integrieren lassen.
Dabei spannte die Tagung den Bogen von datengetriebenen Anwendungen und KI-gestützten Assistenzsystemen bis hin zu personalisierten Gesundheitslösungen und neuen Formen der Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Ziel ist es, evidenzbasierte Lösungen zu entwickeln, die einen konkreten Mehrwert für Patient*innen und Fachpersonal schaffen und die Qualität der Versorgung nachhaltig erhöhen.
„Digitale Technologien eröffnen uns völlig neue Möglichkeiten, Gesundheit ganzheitlich zu denken: von individualisierter Prävention bis hin zu intelligent unterstützter Versorgung. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel von Technologiekompetenz, wissenschaftlicher Evidenz und den Bedürfnissen der Menschen“, sagt Jakob Doppler, Leiter des Studiengangs Digital Healthcare und Leiter des Center for Digital Health and Social Innovation (CDHSI) an der USTP.
Digitale Transformation aktiv gestalten
Zentrale Impulse lieferten zwei Keynotes: Klaus Müller (Moonshot Projects Architect, Entrepreneur, Ex-Google) präsentierte mit Wictory.ai eine Plattform, die auf Basis von Leistungs-, Erholungs- und Ernährungsdaten aus Wearables personalisierte Trainings- und Coachingprozesse automatisiert.
Ergänzend beleuchtete Doris Kraushofer (Lead IT Product Management, Mavie Med) im Rahmen eines Career Talks die Rolle digitaler Produktentwicklung und Prozessverantwortung im Gesundheitswesen und zeigte auf, wie Organisationen die digitale Transformation aktiv gestalten können.
„Die digitale Transformation im Gesundheitswesen erfordert einen ganzheitlichen, durchgängigen End-to-End-Ansatz über Menschen, Prozesse und Technologie hinweg sowie die Einbindung aller Nutzer*innen. Aufgrund ihrer großen Bedeutung ist Erfolg entscheidend – für Patient*innen ebenso wie für Gesundheitsfachkräfte. Ein Scheitern können wir uns nicht leisten“, sagt Kraushofer.
Studierendenprojekte vor dem Vorhang
Ein wesentlicher Bestandteil der Tagung waren die Projektpräsentationen von Studierenden des Masterstudiengangs Digital Healthcare. Sie zeigten unter anderem, wie interdisziplinäre Teams konkrete Lösungen an der Schnittstelle von Gesundheit und Technologie entwickeln, etwa digitale Lernanwendungen, KI-basierte Assistenzsysteme, Anwendungen zur Unterstützung von Patient*innen oder innovative Ansätze zur Nutzung von Gesundheitsdaten.
„Solche Projekte stehen exemplarisch für den praxisorientierten Zugang des Studiums, in dem konkrete Anwendungen für Prävention, Diagnostik, Therapie und Pflege im Mittelpunkt stehen“, sagt Doppler.
Zukunft des digitalen Gesundheitswesens
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Diskussionsrunde, in der Expert*innen der USTP unterschiedliche Perspektiven auf die Zukunft des digitalen Gesundheitswesens einbrachten. Für Anita Kidritsch, Leiterin des Studiengangs Citizen-Centered Digital Health and Social Care an der USTP, geht es in der Gesundheitsversorgung um Kommunikation: Ob menschlich oder robotisch unterstützt, wir brauchen laut Kidritsch eine gleichstellende, autonomiefördernde und reflexive Pflege und Betreuung.
Christian Jandl, Leiter der Forschungsgruppe Digital Technologies an der USTP, betonte, dass humanoide Robotik in der Pflege erst in mehreren Jahren sinnvoll einsetzbar sein wird, da die Herausforderungen in den Bereichen Feinmotorik, soziale Interaktion und situative Anpassungsfähigkeit komplex sind. Deshalb sei es jetzt umso wichtiger, Forschung und Entwicklung zu betreiben, um rechtzeitig auf den steigenden Pflegebedarf vorbereitet zu sein.
Die technische Entwicklung ermöglicht, dass Bewegungs- und Gesundheitsdaten in Zukunft immer einfacher aufgenommen und analysiert werden können. Das hat den großen Vorteil, dass Diagnose und Forschung nicht mehr nur auf das Labor beschränkt sind, sondern Daten unter realistischen Bedingungen erhoben und genutzt werden können, um Prävention und auch Therapien zu unterstützen.
Bernhard Dumphart, Junior Researcher am CDHSI, hielt fest, dass bei der weiteren Entwicklung der Fokus nicht ausschließlich auf der Technologie selbst liegen sollte, sondern darauf, wie es gelingt, Menschen in ihrem Alltag durch diese Technologien sinnvoll zu unterstützen.
„Die Diskussion hat gezeigt: Bevor wir über Roboter in der Pflege sprechen, müssen wir klären, welches Problem wir damit eigentlich lösen wollen: fehlende Zeit, fehlende Fachkräfte, fehlende Kommunikation oder fehlende Beziehung. Und natürlich, wer am Ende tatsächlich als ‚Human in the Loop‘ die Verantwortung übernehmen kann“, fasst Andreas Jakl, stellvertretender Leiter des Studiengangs Digital Healthcare, das Gespräch zusammen.
build.well.being
build.well.being ist eine offene Networking-Plattform für das digitale Gesundheitswesen und bringt jährlich Akteur*innen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen – von Gesundheitsberufen über Technologieentwicklung bis hin zu Forschung und Innovation. Ziel ist es, den Austausch zu fördern, neue Ideen zu initiieren und gemeinsam Lösungen für die Gesundheitsversorgung der Zukunft zu entwickeln.
FH-Prof. Jakob Doppler , MSc
Studiengangsleiter Citizen-Centered Digital Health and Social Care (MA) Studiengangsleiter Digital Healthcare (MA) Leiter Center for Digital Health and Social Innovation Department Medien und Digitale Technologien
FH-Prof. Anita Kidritsch , PT MSc
Studiengangsleiterin Citizen-Centered Digital Health and Social Care (MA) Senior Researcher Institut für Gesundheitswissenschaften Department Gesundheit Department Medien und Digitale Technologien
FH-Prof. Andreas Jakl , MSc
Stellvertretender Studiengangsleiter Digital Healthcare (MA) Hochschul-Dozent Department Medien und Digitale Technologien
Dipl.-Ing. Dr. Christian Jandl
ForschungsgruppenleiterForschungsgruppe Digital Technologies
Institut für Creative\Media/Technologies Researcher
Forschungsgruppe Digital Technologies
Institut für Creative\Media/Technologies Department Medien und Digitale Technologien
Bernhard Dumphart , Bakk. MSc
Junior Researcher Institut für Gesundheitswissenschaften Department Gesundheit