Master Soziale Arbeit: Studium für Führungskräfte
arlt.dialog – Ulrike Rautner-Reiter im Gespräch
Der Master-Studiengang Soziale Arbeit richtet sich gleichermaßen an Sozialarbeiter*innen, Sozialpädagog*innen und Quereinsteiger*innen. Arlt.dialog sprach mit FH-Professorin Ulrike Rautner-Reiter darüber, welchen Mehrwert das Studium mit sich bringt.
Welche Berufsaussichten haben Absolvent*innen des Master-Studiengangs Soziale Arbeit?
Fachkräfte der Sozialen Arbeit sind gefragt. Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielfältig: von der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen über die Straffälligenhilfe und die Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen bis hin zur Arbeit mit älteren Menschen.
Der Bedarf an Fachkräften besteht, ob in öffentlichen Einrichtungen oder in NGOs. Er ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen und Prognosen gehen davon aus, dass er auch in Zukunft weiter zunehmen wird.
Ein Masterabschluss ist für die Tätigkeit in der Sozialen Arbeit nicht zwingend erforderlich. Für bestimmte Positionen, insbesondere für Leitungs- und Führungsfunktionen, wird jedoch häufig ein Masterabschluss vorausgesetzt.
Können Quereinsteiger*innen nach Absolvierung des Masterstudiums als Sozialarbeiter*innen oder Sozialpädagog*innen tätig werden? Wie erfüllen sie die Vorgaben des Sozialarbeits-Bezeichnungsgesetz 2024 (SozBezG 2024)?
Seit 2024 müssen Masterabsolvent*innen ohne Bachelor in Sozialer Arbeit 60 ECTS in sozialarbeitsrelevanten Inhalten nachweisen.
Im Rahmen des Masterstudiums Soziale Arbeit an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten haben Studierende die Möglichkeit, diese fehlenden ECTS zu erwerben. Die Studiengangsleitung und ein Team von Mentor*innen beraten und unterstützen sie dabei, insbesondere bei der Erstellung eines persönlichen Bildungsplans.
Die Studierenden können bis zum Abschluss des Masterstudiums durch die Absolvierung von Freifächern, Lehrveranstaltungen der Bachelorstudiengänge Soziale Arbeit und Sozialpädagogik oder anderen passenden Lehrangeboten die fehlenden ECTS-Punkte erreichen.
Welche Perspektiven vermittelt der Master-Studiengang Personen, die bereits eine Ausbildung in der Sozialen Arbeit abgeschlossen haben?
Ein Masterstudium bietet die Möglichkeit zur fachlichen Spezialisierung, etwa im Case Management. Es qualifiziert für Leitungs- und Managementfunktionen in sozialen Organisationen. Auch für Tätigkeiten in der Forschung oder für eine wissenschaftliche Laufbahn stellt ein Masterabschluss eine wichtige Grundlage dar.
Warum ist die wissenschaftliche Ausbildung für Führungskräfte in der Sozialen Arbeit so wichtig?
Sie stellt sicher, dass Soziale Arbeit professionell, reflektiert und wirksam durchgeführt wird, damit Menschen bestmöglich unterstützt werden können. Die Studierenden erhalten das Fachwissen, um soziale Probleme zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. Sie lernen, methodisch, reflektiert und verantwortungsvoll zu handeln – nicht auf Basis von Bauchgefühl, sondern auf Grundlage ethischer Standards und überprüfter Methoden.
Darüber hinaus befähigt eine wissenschaftliche Ausbildung dazu, gesellschaftliche und sozialpolitische Entwicklungen kritisch zu analysieren, soziale Ungleichheiten zu erkennen und wirksame Konzepte zur Verbesserung von Lebensbedingungen zu entwickeln.
Dies ist besonders wichtig, da Fachkräfte der Sozialen Arbeit häufig auch Organisationen, Teams und Projekte leiten. Sie müssen fundierte Entscheidungen auf Basis von Forschung und Daten treffen, die Qualität der Arbeit sichern, Teams fachlich anleiten sowie Konzepte und Projekte entwickeln. Eine wissenschaftliche Ausbildung ermöglicht es ihnen außerdem, begründete fachliche Positionen zu vertreten und aktiv an der Weiterentwicklung sozialer Angebote mitzuwirken.