Monsters, Magic, Mediality
Wie wandelt sich das Pen-and-Paper-Rollenspiel durch die fortschreitende Digitalisierung?
Das Pen-and-Paper-Rollenspiel erlebt seit einigen Jahren eine bemerkenswerte Renaissance, die wesentlich durch digitale Entwicklungen geprägt ist. Insbesondere sogenannte „Actual Plays“, also aufgezeichnete oder gestreamte Rollenspielrunden, haben dazu beigetragen, das Hobby einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auch die zunehmende Nutzung digitaler Werkzeuge und die durch die COVID-19-Pandemie beschleunigte Verlagerung von Spielrunden in den Online-Bereich haben das Medium nachhaltig verändert.
Forschungsergebnisse in der Sonderausgabe von PAIDIA
Mit diesen Entwicklungen beschäftigt sich die bereits Anfang 2025 erschienene Sonderausgabe „Monsters, Magic, Mediality“ der PAIDIA – Zeitschrift für Computerspielforschung, die von Lukas Daniel Klausner, Franziska Ascher und Tobias Unterhuber herausgegeben wurde. Die Beiträge untersuchen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven, wie sich Pen-and-Paper-Rollenspiele in ihrer Medialität verändert haben und welche Wechselwirkungen mit anderen Formen der Populärkultur wie Computerspielen, Filmen, Serien oder Literatur bestehen.
Die Sonderausgabe beleuchtet unter anderem die Beziehungen zwischen Pen-and-Paper-Rollenspielen, Kampagnen-Brettspielen und Escape Games, die Auswirkungen von Streaming-Formaten auf Spielpraxis und Rezeption sowie die Veränderungen durch digitale Hilfsmittel und Online-Plattformen. Damit schlägt sie eine Brücke zwischen Analog- und Digitalspielforschung und fördert den Dialog zwischen unterschiedlichen Disziplinen der Game Studies.
Einen zentralen Beitrag bildet der Einführungstext „Monsters, Magic, Mediality: Das Pen-and-Paper-Rollenspiel als Bindeglied zwischen Analog- und Digitalspielforschung“, der einen leicht zugänglichen Überblick über die wesentlichen Fragestellungen und Forschungsperspektiven der Sonderausgabe bietet.
Monsters, Magic und Mediality jetzt auch als Buch und für internationales Publikum greifbar
Der Erfolg des Projekts ging dabei über die ursprüngliche Sonderausgabe hinaus: Die Ausgabe wurde inzwischen vor wenigen Monaten auch als gedruckte Publikation im Verlag Werner Hülsbusch veröffentlicht.
Darüber hinaus wurde die Einleitung zur PAIDIA-Sonderausgabe ins Englische übersetzt, umfassend weiterentwickelt und als eigenständiger wissenschaftlicher Beitrag beim renommierten interdisziplinären Fachjournal Convergence: The International Journal of Research into New Media Technologies eingereicht. Der Artikel erschien schließlich kürzlich unter dem Titel „Monsters, Magic, Mediality: Tabletop Role-Playing Games as Mediatization Processes“ und machte die Forschungsergebnisse damit auch einem internationalen wissenschaftlichen Publikum zugänglich.
Die Publikationen unterstreichen die wachsende wissenschaftliche Bedeutung des Pen-and-Paper-Rollenspiels als Forschungsgegenstand und zeigen, wie sich traditionelle analoge Spielformen im Spannungsfeld von Digitalisierung, Medienkonvergenz und partizipativer Online-Kultur weiterentwickeln.