Online-Journal Club #45 Studiengang Physiotherapie

Trotz Return-to-Sport-Tests bleibt das Wiederverletzungsrisiko hoch – möglicherweise wegen übersehener neuroplastischer Faktoren

Nach einer Verletzung des vorderen Kreuzbandes stehen Kliniker*innen ebenso wie Patient*innen vor der Herausforderung, eine sekundäre Ruptur des Transplantates und / oder eine Verletzung auf dem unbeteiligten Kniegelenk zu vermeiden. Um dieses (Wieder-)Verletzungsrisiko gering zu halten, werden häufig Return-to-Sport-(RTS)-Testungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass die körperliche Bereitschaft für eine Rückkehr in den Sport wiederhergestellt ist.

Standardmäßig erheben diese Testungen Faktoren wie Kraft (z. B. von Quadriceps und ischiocruraler Muskulatur), Funktion (z. B. als Sprung- bzw. Hop-Tests) sowie wahrgenommener Funktion seitens der betroffenen Personen (z. B. IKDC-Fragebogen).
Allerdings kann ein verfrühtes Erreichen der RTS-Kriterien (früher als 8-9 Monate post-OP) eine körperliche Bereitschaft für die Rückkehr in den Sport vortäuschen, obwohl das Wiederverletzungsrisiko eigentlich höher als bei jenen Personen ist, welche die Funktion erst zu einem späteren Zeitpunkt wiederherstellen und bei denen der RTS-Zeitpunkt somit erst später eintritt.
Somit besteht folgende Frage: Welche Faktoren, die zu einer Wiederverletzung führen können, werden von etablierten RTS-Tests übersehen?

Der vorliegende Artikel versucht, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Weiters wird die Vermutung aufgestellt, dass Neuroplastizität den fehlenden Puzzlestein darstellen könnte, bevor schließlich grundlegende Prinzipien und neue Untersuchungsmethoden für eine erweiterte RTS-Testung vorgestellt werden.

Vorstellung und Diskussion eines Artikels

Max Ertl-Vallant ist seit 2018 Physiotherapeut und hat seine berufliche Laufbahn in der Klinik Ottakring im Bereich der Traumatologie sowie der ambulanten Rehabilitation begonnen. Parallel dazu ist er seit 2021 freiberuflich aktiv, aktuell in der Top-Med-Ordination sowie der Sportordination Wien. Außerdem gibt er sein Wissen als Dozent im ESP-Sportphysiotherapie-Konzept in Kursen zum Kniegelenk weiter.

Die vorliegende Studie hat er ausgewählt, weil sie seine tägliche Arbeit mit Kniepatient*innen wesentlich beeinflusst und darüber hinaus einen zentralen Part in seinem Kurs einnimmt.

  • Grooms, D. R., Chaput, M., Simon, J. E., Criss, C. R., Myer, G. D., & Diekfuss, J. A. (2023). Combining Neurocognitive and Functional Tests to Improve Return-to-Sport Decisions Following ACL Reconstruction. The Journal of orthopaedic and sports physical therapy, 53(8), 415–419.

Diskussion mit dem Vortragenden

Wie immer gibt es im Anschluss an die Präsentation eine Diskussion und es besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Seien Sie am 21.01.2026 von 18:00 bis 19:00 Uhr dabei und erhalten Sie einen Einblick in das Thema „Neurokognitive und funktionelle Tests in der VKB-Rehabilitation“.

Das Thema wird so aufbereitet, dass es für alle verständlich ist.

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