PR bei einer Landespolizeidirektion

Raimund Schwaigerlehner von der Landespolizeidirektion Niederösterreich zu Gast im Studiengang Marketing & Kommunikation

Kommunikation in der Krise

Warum für die Polizei Krisen zum Geschäft gehören und wie man dabei einen kühlen Kopf bewahrt, erzählt Raimund Schwaigerlehner in der Lehrveranstaltung Spezialbereiche Public Relations. Raimund Schwaigerlehner ist seit 2014 Pressesprecher der Landespolizeidirektion Niederösterreich.

Was Krisen der Polizei von denen gewöhnlicher Unternehmen unterscheidet, ist, dass sie auch eine für die Öffentlichkeit sind. Das Abwägen beim Veröffentlichen von Informationen macht die PR zu einer Gratwanderung. Bei der Entscheidung orientiert man sich an einer Frage: Welche Informationen können sicher weitergegeben werden und welche gefährden die Ermittlungen?

Anders als die Freiheit, die Unternehmen in ihrer Kommunikation genießen, müssen Statements und Aussendungen der Polizei gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Sensible Wortwahl und exakte Angaben sind gefordert. Manchmal führt ein einziges falsches Wort zu Kritik und rechtlichen Konsequenzen. „Das ist vor allem bei Interviews eine Herausforderung.“, beschreibt Schwaigerlehner aus eigener Erfahrung.

Partner in Crisis?

In Krisensituationen ist eine gute Zusammenarbeit mit Medien zentral. Um mögliche Gefahren abzuwenden, müssen die wesentlichsten Informationen und Sicherheitsmaßnahmen möglichst rasch verbreitet werden. Dabei ist wichtig: Die Tonality ist entscheidend – Angst schüren und Krisen zu einer medialen Sensation aufbauschen ist das Gegenteil der Ziele polizeilicher Krisen-Kommunikation. 

Soziale Medien: Fluch und Segen

Sie sind mittlerweile eines der zentralen Kommunikationsmittel, vor allem in Krisenfällen. Und doch erschweren Soziale Medien die Arbeit von Ermittler*innen. Sie sind eine Fundgrube für Spekulationen, ein Ort an dem jede*r einen Beitrag leisten kann.

Beim Terroranschlag in Wien (November 2020) mussten unzählige Daten ausgewertet werden, um Klarheit zu erlangen, und schlussendlich wieder abzuwägen: Wo ist ein polizeiliches Einschreiten unmittelbar notwendig und welche Informationen können oder müssen kommuniziert werden und welche gefährden Ermittlungen.  

Der Vortrag hat den Studierenden einen spannenden Einblick in die alltägliche und gleichzeitig außergewöhnliche Kommunikationsarbeit der Polizei geboten.

Autorin: Stephanie Kerbl, Studentin im Bachelorstudiengang Marketing & Kommunikation an der FH St. Pölten