Projekt „Krypto Workstation“ gestartet
Sichere Arbeitsumgebungen für vertrauliche Informationen
Wien/St. Pölten, 21. September 2026 – Im Bundeskanzleramt am Ballhausplatz fiel am Montag der offizielle Startschuss für das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Krypto Workstation“. Das von der USTP – University of Applied Sciences koordinierte Vorhaben verfolgt das Ziel, eine leistungsfähige und sichere Krypto-Workstation zu entwickeln, die auf herkömmlicher oder Open-Source-basierter Hardware betrieben werden kann. Zusätzliche Spezialgeräte sollen dafür nicht erforderlich sein.
Sicherer Multi-Session-Betrieb
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung eines isolierten Multi-Session-Betriebs, der es ermöglicht, auf einem einzigen Gerät mehrere logisch voneinander getrennte Arbeitsumgebungen mit unterschiedlichen Sicherheitsstufen parallel zu betreiben. Diese reichen von nicht vertraulichen bis hin zu hochsicheren Bereichen für sensible und eingestufte Informationen.
Innerhalb der verschiedenen Sicherheitsdomänen sollen Anwender*innen auf gewohnte Anwendungen wie Office-Programme, Messenger-Dienste oder Videokonferenzlösungen zugreifen können. Die eingesetzten Verschlüsselungsverfahren reichen dabei von unverschlüsselter Kommunikation bis hin zur hochsicheren One-Time-Pad-(OTP)-Verschlüsselung für Datenspeicherung und Telekommunikation.
Mit dem Projekt soll eine praxistaugliche Lösung entstehen, die Behörden und Unternehmen eine sichere Verarbeitung und den geschützten Austausch sensibelster Informationen ermöglicht. Durch die Kombination aus graduierbaren Sicherheitsstufen, einem flexiblen Multi-Session-Konzept und bewährten Open-Source-Komponenten soll ein hohes Maß an Sicherheit auf alltäglicher Hardware erreicht werden.
Laufzeit und Beteiligte am Projekt
Das Forschungsvorhaben läuft über einen Zeitraum von 15 Monaten und wird von September 2026 bis November 2027 umgesetzt. Insgesamt arbeiten neun hochspezialisierte Expert*innen mit einem Gesamteinsatz von rund zwei Vollzeitäquivalenten am Projekt.
Am Kickoff nahmen Vertreter*innen aller Projektpartner teil. Das Institut für IT Sicherheitsforschung wird als Konsortialführer durch Ernst Piller, Patrick Kochberger und Gabor Österreicher vertreten. Als Wirtschaftspartner ist die insitu software gmbh beteiligt. Zu den Bedarfsträgern zählen das Bundeskanzleramt sowie das Amt der NÖ Landesregierung. Das Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) unterstützt das Vorhaben mit einem Letter of Intent und war beim Kickoff auch vertreten.
Mit der „Krypto Workstation“ schaffen die Projektpartner die Grundlage für eine innovative Sicherheitslösung, die den sicheren Umgang mit vertraulichen Informationen auf Standardhardware erleichtert und gleichzeitig hohe Anforderungen an Datenschutz und Informationssicherheit erfüllt.
FH-Prof. Univ.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Ernst Piller
Hochschul-Dozent Department Informatik und Security
Dipl.-Ing. Patrick Kochberger , BSc
Junior Researcher Institut für IT Sicherheitsforschung Department Informatik und Security