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Simulation in der Pflegeausbildung

Neue Publikation aus der Zusammenarbeit von BGK, IGW und CDHSI

Wie können Pflegestudierende besser auf die Komplexität klinischer Praxis vorbereitet werden? Diese Frage steht im Zentrum eines neu erschienenen Artikels in Frontiers in Medicine, Healthcare Professions Education mit dem Titel „Evaluating student satisfaction and self-confidence across a scaffolded simulation curriculum in undergraduate nursing education“.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Verfasst wurde der Beitrag von Anna Übelacker, Helmut Parisch, Julian Novak, Martin Ernst und Benjamin Roszipal. Besonders hervorzuheben ist dabei die enge Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Gesundheitswissenschaften (IGW), dem Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege PLUS (BGK) und dem Center for Digital Health and Social Innovation (CDHSI) an der USTP.

Der Artikel verbindet pflegepädagogische Expertise, simulationsbasierte Lehre, methodische Evaluation und digitale beziehungsweise soziale Innovationsperspektiven. Die Studie ist aus einer im neuen BGK-Curriculum verankerten Lehrveranstaltung unter der Leitung von Benjamin Roszipal entstanden.

Simulation als curricularer Lernpfad

Im Mittelpunkt der Studie steht ein simulationsbasiertes Curriculum im Bachelorstudium Gesundheits- und Krankenpflege. Anders als viele bisherige Evaluationen betrachtet die Studie Simulation nicht als einzelnes Lehrereignis, sondern als sequenziell aufgebauten Lernpfad über mehrere klinische Kontexte hinweg.

Die Studierenden durchliefen vier aufeinanderfolgende Blöcke zu Akutchirurgie, Innerer Medizin, Langzeit-, Haus- und Palliativversorgung sowie psychiatrischer und pädiatrischer Pflege.

Einheitliche Struktur

Über alle Blöcke hinweg blieb die didaktische Struktur identisch: Moodle-basiertes Prelearning, standardisierte Patient*innenszenarien in Teams, Prebriefings und strukturierte Debriefings nach dem PEARLS-Framework. Dieser sogenannte scaffolded approach soll Studierenden Orientierung geben, während sie sich gleichzeitig mit wechselnden klinischen Situationen, kommunikativen Anforderungen und Entscheidungsprozessen auseinandersetzen.

Die Ergebnisse zeigen ein sehr positives Bild: Studierende berichteten insgesamt von hoher Zufriedenheit und hohem Selbstvertrauen im Lernen. Beide Werte stiegen über die vier Curriculumblöcke hinweg an. Besonders relevant ist dabei nicht nur, dass die Simulationen positiv bewertet wurden, sondern dass die Studierenden das Curriculum als kohärenten und unterstützenden Lernprozess erlebten.

Gleichzeitig betont der Artikel eine wichtige methodische Differenzierung: Da die vier Blöcke in fixer Reihenfolge durchgeführt wurden, lassen sich Setting- und Reihenfolge-Effekte nicht vollständig voneinander trennen. Höhere Werte in späteren Blöcken könnten also sowohl mit den jeweiligen klinischen Inhalten als auch mit wachsender Vertrautheit mit der Simulationsstruktur zusammenhängen. Gerade diese reflektierte Interpretation macht den Beitrag besonders wertvoll für die Weiterentwicklung simulationsbasierter Curricula.

Bedeutung für die Pflegeausbildung

Für die Pflegeausbildung liefert die Studie wichtige Impulse: Simulation sollte nicht nur als punktuelle Übung verstanden werden, sondern als curricular eingebetteter Lernpfad, der Vorbereitung, praktisches Handeln, Reflexion und wiederholte Anwendung miteinander verbindet. Eine stabile didaktische Struktur kann Studierenden helfen, sich weniger auf das Format selbst konzentrieren zu müssen und mehr Aufmerksamkeit auf klinisches Denken, Kommunikation und Zusammenarbeit zu richten.

Die Publikation zeigt damit eindrucksvoll, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der USTP zur Weiterentwicklung evidenzbasierter Lehre beitragen kann. Die Kooperation zwischen IGW, BGK und CDHSI verbindet praxisnahe Pflegepädagogik, simulationsbasierte Ausbildung und methodisch fundierte Evaluation – mit direktem Mehrwert für Studierende, Lehrende und die zukünftige Versorgungspraxis.

Der Artikel unterstreicht: Gute Simulation ist mehr als ein realistisches Szenario. Sie ist ein durchdachtes didaktisches Design, das Studierende schrittweise begleitet, Sicherheit schafft und professionelles Lernen über verschiedene Versorgungskontexte hinweg unterstützt.