Umweltkommunikation neu denken: Partizipation statt Information
Warum verpuffen Kampagnen zum Klimawandel so oft?
Aktuelle Forschungsprojekte an der USTP zeigen, dass Fakten allein nicht ausreichen, um Verhalten nachhaltig ökologisch zu verändern. Mit innovativen Methoden wie „Ökodrama-Workshops“ setzt ein fachübergreifendes Team des Instituts für Creative Media Technologies nun auf Beteiligung und Perspektivwechsel.
Alle reden über den Klimawandel – doch wie erreichen wir die Menschen mit diesem Anliegen wirklich? Ein aktueller Beitrag von APA Science beschreibt die Ausgangslage klar: Die bloße Vermittlung von Fakten führt selten zu einer echten Verhaltensänderung. An der University of Applied Sciences St. Pölten (USTP) wird daher intensiv an neuen Methoden der Umweltkommunikation geforscht. Das Ziel: weg von reiner Information, hin zu Beteiligung, Perspektivwechsel und konkreter Erfahrung.
Die Verbreitung von Fakten genügt nicht
Simon Ganahl bringt das zentrale Problem auf den Punkt: „Der Ansatz, dass man nur die Klima-Fakten berichten muss, damit die Menschen das Thema nach und nach verstehen und ihr Verhalten anpassen, ist widerlegt.“ Ausgehend vom Forschungsprojekt CliMeF entwickelt er nun gemeinsam mit einem fachübergreifenden Team des Instituts für Creative Media Technologies in der Forschungsagenda InSituEx neue Methoden, um soziotechnische und ökologische Kontroversen partizipativ zu vermitteln. Dabei werden die folgenden Ansätze verfolgt:
- Partizipativ statt Top-Down: Menschen werden aktiv in Vermittlungsprozesse eingebunden, beispielsweise in Gemeinden, in denen konkrete Umweltkonflikte verhandelt werden.
- Perspektivwechsel ermöglichen: Durch innovative Methoden wie „Ökodrama-Workshops“ schlüpfen Beteiligte in ungewohnte Rollen – vom Bürgermeister bis hin zum Seeadler. Ziel ist dabei nicht Konsens oder Kompromiss, sondern das gegenseitige Verständnis der unterschiedlichen Positionen.
- Erfahrbar statt abstrakt: Klimathemen werden durch kreative, künstlerische oder immersive Ansätze erlebbar gemacht, anstatt sie nur theoretisch zu erklären.
Breite Kooperation für innovative Vermittlung
Um gesellschaftliche Wirkung zu erzielen, setzt die USTP auf breite, vielfältige Kooperationen. Es ist essenziell, dass innovative Methoden zur Vermittlung komplexer Kontroversen den Weg in die Praxis finden. „Große, abstrakte Kampagnen verpuffen oft. Wirkung entsteht dort, wo Menschen einen Bezug zu ihrer eigenen Lebensrealität herstellen können“, erläutert Ganahl. Die USTP lädt dazu ein, sich über diese neuen Ansätze zu informieren und gemeinsam an der Zukunft der Umweltkommunikation zu arbeiten.
Weiterführende Informationen:
Mag. Dr. Dr. phil. Simon Ganahl
ResearcherForschungsgruppe Media Business
Institut für Creative\Media/Technologies Department Medien und Digitale Technologien