Von der USTP zu Mediaplus Austria
Wie Marketing-Absolvent*innen zum Erfolg der vierfachen „Agency of the Year“ beitragen
Große Freude bei Mediaplus Austria: Die Agentur wurde beim diesjährigen Media Award bereits zum vierten Mal als Agency of the Year ausgezeichnet und beim iab WebAD mit acht Trophäen und dem Preis für das Nachwuchstalent des Jahres geehrt.
Zu dieser Erfolgsserie tragen auch zahlreiche Absolvent*innen der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten bei. Viele von ihnen haben nach dem Bachelor in Marketing & Kommunikation bzw. Master in Digital Marketing & Kommunikation ihre Karriere bei Mediaplus gestartet und gestalten heute in verantwortungsvollen Positionen die strategische Ausrichtung der Agentur mit. Doch wie hat sich ihr Weg vom Hörsaal in die Führungsebene gestaltet?
Wir haben die aktuelle Auszeichnung zum Anlass genommen um mit den Absolvent*innen Lena Artes-Stockinger (General Manager bei Mediaplus Austria) und Tanja Pöltl (Head of Strategy & Business Innovation und Mitglied des Management Boards bei Mediaplus Austria) über ihren Karriereweg, ihren Berufsalltag und die Rolle ihres Studiums für ihren heutigen Erfolg zu sprechen.
Interview mit Lena Artes-Stockinger und Tanja Pöltl
Credits: Stefan Kopinits
Welche Aufgaben und Projekte verantwortet ihr in euren aktuellen Positionen bei Mediaplus Austria?
Lena Artes-Stockinger: Als Geschäftsleiterin verantworte ich die digitale Unit bei Mediaplus Austria. Gemeinsam mit meinem Team entwickle ich digitale Kommunikationsstrategien für unsere Kund*innen und begleite deren strategische Weiterentwicklung. Ein weiterer Schwerpunkt meiner Rolle ist die Weiterentwicklung unseres digitalen Angebots: Welche neuen Technologien, Tools und Produkte sind für uns und unsere Kund*innen relevant? Wo können wir Prozesse verbessern und welche neuen digitalen Geschäftsfelder wollen wir entwickeln?
Daneben gehören auch klassische Managementthemen zu meiner Aufgabe, von der Weiterentwicklung der Unit und unserer Mitarbeiter*innen über wirtschaftliche Fragestellungen und New Business bis hin zur Entwicklung bestehender Kund*innen. Gerade weil sich der Digitalbereich laufend verändert und immer wieder neue Themen dazukommen, bleibt meine Aufgabe für mich bis heute spannend.
Tanja Pöltl: Als Head of Strategy & Business Innovation und Mitglied des Management Boards gestalte ich die Ausrichtung der Agentur mit und denke Media dort neu, wo Strategie, Kreativität und Technologie zusammenkommen. Dafür habe ich das Strategie- & Innovationsteam bei Mediaplus Austria aufgebaut, das heute für alle unsere Kund*innen da ist. Bei Neukundenprojekten führe ich interdisziplinäre Teams vom Kick-Off über Strategie-Meetings bis hin zum fertigen Konzept. Bei bestehenden Kund*innen bringt sich mein Team laufend mit der Frage ein, wo ihre Marke als Nächstes wachsen kann. Ein Schwerpunkt, der mir besonders am Herzen liegt, ist Creative Media: Ideen, die Media nicht nur aussteuern, sondern selbst zur Botschaft machen. Dass wir diese Arbeit regelmäßig auf nationalen und internationalen Awardbühnen feiern dürfen und die meistprämierte Mediaagentur Österreichs sind, macht mich stolz.
Gemeinsam mit meinem Team entwickle ich außerdem unser Leistungsportfolio weiter, vor allem dort, wo sich gerade etwas bewegt. Gaming ist so ein Thema: längst keine Nische mehr, sondern einer der spannendsten Räume, in denen Marken heute Menschen begegnen können. Ähnlich war es mit KI. In den Anfängen war mein Team die erste Anlaufstelle, wenn es darum ging, KI-gestütztes Arbeiten bei Mediaplus Austria zu erproben und für alle Kolleg*innen möglich zu machen. Schnell ist daraus Arbeitsalltag geworden, den wir heute gemeinsam mit anderen Teams laufend weiterentwickeln. Dazu gehört auch, die AI Solutions unserer Gruppe für den österreichischen Markt anwendbar zu machen. Meine Weiterbildung zum AI Officer war dafür ein logischer Schritt und eine schöne Erinnerung daran, dass man in unserer Branche nie auslernt. Zum Glück.
Wenn ihr auf euren Weg seit dem Abschluss zurückblickt: Welche Schritte haben euch dorthin gebracht, wo ihr heute seid?
Tanja Pöltl: 2014 bin ich als Consultant & Planner in die klassische Mediaplanung eingestiegen. Ich habe Kampagnen geplant, für den Einkauf vorbereitet und Kund*innen laufend beraten. Dieses Media-Handwerk habe ich in all seinen Facetten selbst operativ durchlaufen, und das prägt mich bis heute. Dadurch kann ich Aufgabenstellungen aus mehreren Blickwinkeln betrachten und mit Kolleg*innen aus allen Bereichen auf Augenhöhe zusammenarbeiten.
Genauso geprägt hat mich das Neukundengeschäft, in das ich von Anfang an stark eingebunden war, ob bei kleinen New-Business-Chancen oder bei groß ausgeschriebenen Pitches. Ein Pitch verlangt alles, was die Arbeit in einer Mediaagentur ausmacht, nur intensiver und in kürzerer Zeit. Es braucht Projektmanagement, Teamgeist, Entscheidungskraft, Kreativität und vor allem Durchhaltevermögen. Die Lernkurve ist enorm. Ich sage gerne: Ein fordernder Pitch ist die beste Schule, die man sich in diesem Job wünschen kann.
2019 kam der Wechsel in Strategie und Innovation, gleichzeitig mit dem Schritt ins Management Board. Seit 2022 leite ich den Bereich, und damit hat auch der Teamaufbau begonnen. Rückblickend war kein Schritt geplant, aber jeder hat auf dem vorigen aufgebaut. Ich hatte immer Menschen um mich, die mir Freiraum für Ideen und Entwicklung gelassen haben, und genau das gebe ich heute weiter. Motivation, Gestaltungsdrang und ein bisschen Mut waren dabei wichtiger als jeder Karriereplan. Seit 2021 unterrichte ich außerdem selbst an der USTP. Dass sich der Kreis so schließt, freut mich jedes Semester aufs Neue.
Lena Artes-Stockinger: Für mich war die Entscheidung mein Praktikum bei Mediaplus Austria zu machen definitiv einer der wichtigsten Schritte nach dem Studium. Seitdem habe ich innerhalb der Agentur unterschiedliche Rollen durchlaufen, immer wieder neue Verantwortungsbereiche übernommen und dadurch sehr viele Seiten des Agenturgeschäfts kennengelernt. Mein Weg war dabei nicht von Anfang an durchgeplant. Vielmehr ging es darum, Chancen zu nutzen, wenn sie sich ergeben, offen für neue Aufgaben zu sein und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Natürlich spielen auch Timing und ein bisschen Glück eine Rolle. Heute als Geschäftsleiterin die digitale Unit zu verantworten, zeigt mir rückblickend vor allem, wie viel sich aus einem Praktikum entwickeln kann.
Welche Inhalte, Projekte oder Erfahrungen aus dem Studium helfen euch noch heute bei eurer Arbeit in der Agentur?
Lena Artes-Stockinger: Besonders viel mitgenommen habe ich aus den praxisnahen Lehrveranstaltungen und Projekten in den letzten Semestern. Das Studium hat mir eine sehr gute Basis in Marketing und Media gegeben, von wichtigen KPIs und Markt- und Mediastudien bis hin zur richtigen Interpretation von Daten. Gleichzeitig konnten wir vieles davon direkt praktisch anwenden und haben bereits mit Tools wie Google Analytics oder Zervice gearbeitet. Für meinen Einstieg bei Mediaplus Austria war diese Kombination aus Grundlagen und Praxis extrem hilfreich, weil mir viele Themen schon vertraut waren und ich nicht bei null anfangen musste. Und manches begleitet mich tatsächlich bis heute: Bei Analysen oder Auswertungen denke ich immer wieder daran zurück, was wir damals im Studium gelernt haben.
Tanja Pöltl: Vor allem das Denken in Zusammenhängen. Im Studium habe ich früh gelernt, dass gute Kommunikation nie aus einem einzelnen Kanal oder einer einzelnen Disziplin entsteht, sondern aus dem Zusammenspiel von Marke, Menschen und Medien. Genau so arbeiten wir heute: interdisziplinär, integriert und mit Blick aufs große Ganze. Auch die zahlreichen Projektarbeiten haben mir einiges mitgegeben, nicht immer das, was im Lehrplan stand. Mit echten Briefings, Deadlines und Teams, die man sich nicht immer aussuchen kann, waren sie ein erster Vorgeschmack auf den Agenturalltag.
Unvergessen ist auch das Präsentationstraining. Sich selbst auf Video zu sehen und anschließend jede Geste analysiert zu bekommen, war damals hochgradig unangenehm. Heute präsentiere ich laufend intern wie extern, vor kleinen Teams genauso wie vor großen Kund*innenrunden oder Jurys. Und vielleicht ist genau das hängen geblieben: Die Situationen, die einen im ersten Moment am meisten fordern, bringen einen oft am weitesten.
Das Wertvollste, was ich mitgenommen habe, ist aber die Neugier, Dinge zu hinterfragen, statt sie einfach zu übernehmen. Gerade jetzt, wo KI unsere Branche neu sortiert, ist diese Haltung wichtiger denn je.
Credits: Philipp Lipiarski / www.lipiarski.com
Wir bedanken uns herzlich bei Lena Artes-Stockinger und Tanja Pöltl für die spannenden Insights in ihre Karrierewege und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg bei Mediaplus Austria!