2 min

Wie funktionieren Media-Pitches?

Studierende des Bachelorstudiums Marketing & Kommunikation blicken hinter die Kulissen von Agenturausschreibungen

Kürzlich stand im Bachelorstudium Marketing & Kommunikation das Thema Media-Pitches im Mittelpunkt. Im Gastvortrag „Black-Box Media-Pitch" von Martin Weinand, Gründer der Pitch-Beratung „Weinand's Fair Pitch", erhielten Studierende der Spezialisierung Media- und Kommunikationsplanung exklusive Einblicke in die Realität von Agenturausschreibungen und Graubereichen bis hin zu Best Practices für faire und transparente Prozesse.

Wenn der Ruf vor dem Pitch vorauseilt

Gleich zu Beginn wurde deutlich, dass Media-Pitches in der Branche unterschiedlich wahrgenommen werden. Die im Vortrag präsentierte Online-Befragung zeigte, dass ein Teil der Befragten Ausschreibungen als unprofessionell, intransparent oder von vornherein manipuliert erlebt.

Die Konsequenz: Wer heute einen Pitch ausschreibt oder daran teilnimmt, muss aktiv an der eigenen Pitch-Reputation arbeiten. Durch klare Kriterien, nachvollziehbare Entscheidungen und offene Kommunikation im gesamten Prozess.

Was wirklich zählt: Mehr als nur Zahlen und Strategien

Ein zentrales Learning für die Studierenden: Offiziell stehen Media-Strategie, Planung und Preise im Vordergrund. In der Praxis entscheiden aber oft Soft Facts und die Beziehungsqualität zur Agentur mit.

Die häufigsten Gründe für Unzufriedenheit mit Bestandsagenturen?

  • Mangelnde Empathie,
  • zu wenig echtes Interesse am Geschäft der Kundinnen und Kunden,
  • fehlende Proaktivität und
  • zu große Distanz in der Zusammenarbeit.

Die wichtigste Investition einer Mediaagentur besteht daher darin, das Business der Kundschaft wirklich zu verstehen und sich als verlässliche, partnerschaftliche Begleiterin zu positionieren.

Kleine Jury, große Wirkung

Ein weiterer Schwerpunkt: Wie gelingt eine faire Bewertung der Agenturen? Große, heterogene Jurys ohne ausreichend Media-Know-how erschweren eine sachliche Beurteilung. Die Empfehlung von Martin Weinand: kleine, fachlich versierte Entscheidungsteams, die später auch tatsächlich mit der ausgewählten Agentur zusammenarbeiten. Jedes Jury-Mitglied sollte vorrangig jene Aspekte bewerten, in denen es Expertise besitzt, damit Qualität und Angebot vergleichbar werden und nicht allein der niedrigste Preis den Ausschlag gibt.

Praxisnah lernen für die Karriere von morgen

Für die Studierenden der University of Applied Sciences St. Pölten, machte der Gastvortrag anschaulich, welche Erwartungen Auftraggeber*innen an Mediaagenturen haben und welche Rolle sie selbst künftig in Pitch-Prozessen einnehmen können, sei es auf Unternehmens-, Klientinnen- oder Agenturseite.

Text: Helena Gager, Studierende Bachelorstudium Marketing & Kommunikation

Du willst mehr wissen? Frag nach!
FH-Prof. Mag. Kammerzelt Helmut, MAS

FH-Prof. Mag. Helmut Kammerzelt , MAS

Studiengangsleiter Marketing und Kommunikation (BA) Stellvertretender Studiengangsleiter Digital Marketing und Kommunikation (MA) Mitglied des Kollegiums 2023 bis 2026 Department Digital Business und Innovation