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USTP-Alumni managen Bauarbeiten auf der Sachsen-Franken-Magistrale

Jan Hornig und Leonhard Novak sind maßgeblich an einem der größten deutschen Infrastrukturprojekte beteiligt: dem Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale Leipzig/Dresden – Hof. Wir haben die beiden befragt.

Könnt Ihr Euch bitte kurz vorstellen?

Leonhard: Mein Name ist Leonhard Novak (35), ich komme ursprünglich aus Wien und lebe seit zehn Jahren in Halle an der Saale. Seit vier Jahren bin ich bei der DB Regio AG in Leipzig als Netzmanager für die S-Bahn Mitteldeutschland tätig.

Jan: Mein Name ist Jan Hornig (35), wohne in Zwickau in Sachsen und bin seit Beginn meines Berufslebens bei der DB InfraGO AG  im Planungs- und Projektmanagement beschäftigt.

Wann und was habt ihr in St. Pölten studiert? 

Beide: Wir haben zusammen von 2014 bis 2016 den  Master Bahntechnologie und Management von Bahnsystemen besucht. Im Anschluss sind wir uns zwar immer wieder mal über den Weg gelaufen, im aktuellen Großprojekt Sachsen-Franken-Magistrale  arbeiten wir aber jetzt ganz direkt zusammen.

Wie hat euch das Studium im Job weitergebracht? 

Leonhard: Es war mein Eintrittsticket in die komplexe Bahnbranche. Das Wissen aus dem Interdisziplinäre Studiengang sowie das Netzwerk, welches man mit dem Studium erhält, ist immer eine Hilfe im Arbeitsalltag - auch 10 Jahre nach dem Studium.

Jan: Ich habe im Studium das österreichische Bahnsystem kennengelernt und habe damit den so wertvollen Blick über den Tellerrand erlangt. Der umfassende Einblick in alle Fachgebiete des Eisenbahnwesens aber auch die praktische Anwendung in Projektarbeiten sind eine sehr gute Grundlage für einen schnellen Einstieg in die Praxis.

Woran arbeitet ihr gerade?

Jan: Ich bin Projektleiter für den Abschnitt Leipzig – Werdau – Hof der Sachsen-Franken-Magistrale. Dabei wird die Strecke fit gemacht für die Zukunft. Alle Bahnhöfe werden quasi völlig  neu gebaut, die Strecke erneuert und sämtliche Stellwerke durch moderne Technik ersetzt. Aktuell bauen wir auf ca. 15 km Länge. Als Projektleiter führe ich die Projektteams für die einzelnen Teilabschnitte und schaffe die Voraussetzungen für den Projekterfolg.

Leonhard: Als Netzmanager der S-Bahn Mitteldeutschland bin ich für die Angebotsplanung zuständig. Die Verkehre werden von den Ländern bestellt und dabei bin ich der Koordinator in der DB Regio AG. Aktuell beschäftigt uns die Inbetriebnahme des neuen Mitteldeutschen S-Bahn Netzes im Dezember 2026. Wir führen neue Akkufahrzeuge ein, die eine eigene Ladeinfrastruktur und eigene Schulungen des Fahrpersonals brauchen. Natürlich muss auch der tägliche Verkehr laufen und hier sind speziell in Deutschland die Baumaßnahmen eine Mammutaufgabe. Wir müssen bei spontan auftretenden Störungen und bei Baustellen flexibel sein und immer ein passendes Ersatzangebot bereithalten.

Wo gibt es Schnittstellen zwischen euren Jobs? 

Beide: Die umfangreichen Bauarbeiten auf der Sachsen-Franken-Magistrale haben Auswirkungen auf den Verkehr der S-Bahn Mitteldeutschland. Bau und Betrieb müssen im Sinne der Fahrgäste immer gemeinsam gedacht werden. Wir kennen uns gut – daher tun wir uns mit den dafür notwendigen Abstimmungen besonders leicht. Oft übernehmen wir auch Auftritte vor der Öffentlichkeit und Presse gemeinsam.

Worum geht es im Projekt der Sachsen-Franken-Magistrale?

Jan: Die Sachsen-Franken-Magistrale ist eine wichtige Nord-Süd-Verbindung in Deutschland. Sie ist 288 Kilometer lang und  besteht aus den Strecken Dresden/Leipzig – Werdau – Hof. Die Infrastruktur wird grundlegend erneuert, um sie an die künftigen Anforderungen des Personen- und Güterverkehrs anzupassen. Dabei werden die gesamte Strecke umgebaut, 32 Elektronische Stellwerke errichtet sowie 223 Eisenbahnbrücken saniert bzw. erneuert. Mit den Ausbaumaßnahmen wird die Streckengeschwindigkeit von 120 km/h auf 160 km/h erhöht. Somit kann die Fahrzeit z.B. von Dresden nach Hof von 3:27 Std. auf 2:30 Std. verkürzt werden.