Aktivistische Investoren nutzen formale Schwächen gezielt aus – saubere Compliance ist der beste Schutz.

Master-Studiengang Digital Business Communications

    „Aktivistische Investoren nutzen formale Schwächen gezielt aus – saubere Compliance ist der beste Schutz.“ Oliver Larmann, Senior IR-Manager bei Vonovia SE

    Im Interview: Oliver Larmann

    Oliver Larmann, Senior IR-Manager bei Vonovia SE, Europas führendem Wohnungsunternehmen, im Gespräch mit dem Master-Studiengang Digital Business Communications

    War Ihr Unternehmen bereits konkret von Shareholder Activism betroffen?​

    Vonovia war bislang nicht von klassischem Shareholder Activism betroffen. Im Kontext der Deutsche-Wohnen-Übernahme kam es jedoch zu punktuellem Druck durch Investoren, die auf einen höheren Angebotspreis spekulierten. Aktivistische Dynamiken zeigten sich zudem auf Hauptversammlungen, wo gezielt nach formalen Schwächen gesucht wurde.​

    Welche Bedeutung hat Shareholder Activism für Ihr Unternehmen?​

    Shareholder Activism wird als sehr relevantes Thema wahrgenommen. Strategisch platzierte Kritik kann das Vertrauen des Kapitalmarkts beeinflussen, selbst wenn sie später entkräftet wird. Angriffsflächen entstehen häufig durch formale Schwächen in Governance oder Offenlegung.​

    Welche Signale deuten auf bevorstehenden Shareholder Activism hin?​

    Frühwarnsignale sind oft subtil, etwa ungewöhnlich kritische Fragen in Investorengesprächen oder der Einstieg bekannter aktivistischer Investoren. In manchen Fällen erfolgt der Druck jedoch direkt über öffentliche Kanäle. Entscheidend ist, diese Signale frühzeitig richtig einzuordnen.​

    Welche Maßnahmen ergreift Ihr Unternehmen zur Prävention?​

    Vonovia setzt auf maximale Transparenz und verlässliche Kapitalmarktkommunikation. Pünktliche, geprüfte Veröffentlichungen sowie ein enger Austausch mit Investoren reduzieren potenzielle Angriffsflächen. Ergänzend helfen Shareholder-Analysen, Veränderungen in der Aktionärsstruktur früh zu erkennen.​

    Wie sehen die internen Abläufe im Ernstfall aus?​

    Im Fall von Aktivismus wird ein funktionsübergreifendes Kernteam aus Investor Relations, Corporate Communications, Legal und Vorstand aktiviert. Dieses stimmt sich eng ab, um schnell und konsistent zu reagieren. Ziel ist es, Unsicherheiten frühzeitig zu adressieren und die eigene Position klar zu kommunizieren.​

    Wie beeinflusst die Art der Forderung Ihre Kommunikationsstrategie?​

    Die Kommunikationsstrategie ist stark situationsabhängig. Unbegründete Vorwürfe werden sachlich richtiggestellt, während substanziellere Kritik eine intensivere inhaltliche Auseinandersetzung erfordert. Besonders sensibel sind Situationen rund um Hauptversammlungen, wenn konkrete Entscheidungen betroffen sind.​

    Welche Reputationsrisiken sehen Sie im Zusammenhang mit Shareholder Activism?​

    Reputationsrisiken entstehen vor allem durch mediale Dynamiken und öffentliche Wahrnehmung. Selbst unbegründete Vorwürfe können negative Effekte auf Marktvertrauen, Ratings oder ESG-Bewertungen haben. Die Korrektur dieser Wahrnehmung erfolgt meist deutlich langsamer.​

    Welche wichtigsten Learnings geben Sie anderen Unternehmen mit?​

    Saubere Governance- und Compliance-Strukturen sind essenziell, um Angriffsflächen zu minimieren. Ebenso wichtig sind klare interne Prozesse und eine enge Abstimmung zwischen den relevanten Funktionen. Proaktive Kommunikation und eine überzeugend erklärte Strategie sind entscheidend für einen stabilen Umgang mit Aktivismus.​

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    FH-Prof. Mag. Kovarova-Simecek Monika

    FH-Prof. Mag. Monika Kovarova-Simecek

    Stellvertretende Leiterin des Kollegiums Studiengangsleiterin Digital Business Communications (MA) Studiengangsleiterin Digital Management und Sustainability (MA) Stellvertretende Studiengangsleiterin Management und Digital Business (BA) Department Digital Business und Innovation