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Evanescent: Ein experimenteller Kurzfilm über die Gletscherschmelze
Evanescent ist ein experimenteller Kurzfilm, welcher im Medialab Experimentelle Medien entstanden ist.
Ein Skifahrer auf schmelzendem Eis, gefangen zwischen Bewegung und Vergänglichkeit. Der Kurzfilm tastet an der brüchigen Schwelle zwischen Naturgewalt und
menschlicher Spur, zieht die Betrachtenden in den innersten Atem des Gletschers und lässt sie in dessen schwindende Seele eintauchen. Der schmelzende Gletscher inszeniert einen visuellpoetischen Zerfall. Sein Echo hallt in den Gedanken des Fahrers wider, zerrt ihn in die Tiefen seiner eigenen Psyche. Der Schnee zerbricht in digitale Splitter, der Raum verflüssigt sich zu einem schimmernden Atemzug der Vergänglichkeit.
Eine visuelle Resonanz der Klimakrise - fragmentiert, entrückt, doch unübersehbar.
Zielsetzung
Mit Evanescent verfolgen wir das Ziel, die Klimakrise nicht nur als wissenschaftliches oder politisches Thema darzustellen, sondern als tiefgreifende emotionale und existenzielle Erfahrung spürbar zu machen. In einer visuell-poetischen Bildsprache erzählen wir von der Zerbrechlichkeit der Natur und der Spuren, die der Mensch hinterlässt. Flüchtig, fragmentiert und von der Zeit gezeichnet.
Unser Kurzfilm soll die Betrachtenden berühren, nicht belehren. Durch die Verschmelzung von physischer Bewegung und digitalem Verfall schaffen wir eine audiovisuelle Resonanz, die das Unsichtbare sichtbar macht: den leisen, aber unaufhaltsamen Zerfall der Gletscher als Sinnbild für unsere kollektive Vergänglichkeit. Evanescent ist eine Einladung, hinzusehen und zu fühlen.

Copyright: Anna Florentina Altmann, Adrian Fuchs, Otto Moser, Stefan Wetzka
Projektschritte
Treatment & Konzeptentwicklung
Zu Beginn entwickelten wir ein visuelles und atmosphärisches Treatment, das als Grundlage für die inhaltliche Ausrichtung des Films diente. Ziel war es, einen professionellen Skifahrer von unserer Vision zu überzeugen und ihn als Hauptdarsteller für das Projekt zu gewinnen.
Storyline & Shotlist
Aufbauend auf dem Treatment erarbeiteten wir eine prägnante Storyline, die die emotionale Tiefe und visuelle Poesie des Films trägt. Daraus entstand eine detaillierte Shotlist, die uns half, Bildsprache, Rhythmus und Übergänge frühzeitig zu planen.
Dreharbeiten (über zwei Monate verteilt)
Der Dreh erstreckte sich über zwei Monate, da wir auf bestimmte Wetter- und Lichtbedingungen angewiesen waren. Gedreht wurde am Kitzsteinhorn in Kaprun, was sowohl logistisch als auch körperlich herausfordernd war. Der reale Schnee, das Eis und die Gletscherlandschaft bildeten die visuelle Grundlage für unsere Inszenierung von Vergänglichkeit.
Postproduktion: Schnitt, Sound Design & Color Grading
In der Postproduktion bekam der Film seinen finalen Ausdruck:
– Der Schnitt verdichtete die Erzählung und rhythmisierte die emotionalen Ebenen.
– Das Sound Design verstärkte die immersive Wirkung und ließ den Gletscher „atmen“.
– Im Color Grading wurde die visuelle Sprache finalisiert, mit kühlen, zerbrechlich wirkenden Tönen, die den Zerfall greifbar machen.
Jeder dieser Schritte war entscheidend, um die emotionale und ästhetische Wirkung von Evanescent zu entfalten als filmische Resonanz auf eine Realität, die nicht länger ignoriert werden darf.
Ergebnisse
Evanescent entwickelt sich über die Laufzeit hinweg zu einem dichten, atmosphärischen Gesamtbild und erfüllt die in der Konzeptionsphase gesetzten gestalterischen und inhaltlichen Ziele. Der Film greift zentrale Themen wie Vergänglichkeit und Klimawandel auf und nähert sich ihnen mit einer ruhigen, poetischen Bildsprache. Durch die enge Verbindung von visuellen Elementen, Sounddesign und Schnitt entsteht eine Stimmung, die zum Nachdenken anregen soll, ohne belehrend zu wirken. Die zurückhaltende Erzählweise lässt Raum für eigene Assoziationen und Empfindungen und lädt das Publikum ein, sich auf eine eher emotionale als erklärende Auseinandersetzung mit dem Thema einzulassen.
Wir sehen Evanescent als einen Versuch, die Klimakrise auf einer sinnlichen Ebene erlebbar zu machen, fragmentarisch, persönlich und offen für Interpretation.