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Im Rahmen des European Project Semester 2025 entwickelte eine Gruppe internationaler Studierender ein VR-Simulationsspiel, um durch immersive Rollenspielszenarien die Ausbildung im Bereich der Sozialen Arbeit praxisnah zu unterstützen.
Im Sommersemester 2025 arbeiteten Gaststudierende aus verschiedenen Studienrichtungen – darunter Informatik und Filmproduktion – gemeinsam an einem interdisziplinären Teamprojekt.
Ziel war die Entwicklung eines funktionierenden Prototyps für eine interaktive Anwendung, die für Trainingszwecke eingesetzt werden kann. Eines der ausgewählten Konzepte war ein VR-Erlebnis, das speziell für Studierende der Sozialen Arbeit konzipiert wurde.
Zielsetzung
Die VR-Simulation wurde entwickelt, um Studierende der Sozialen Arbeit bei der Entwicklung praktischer Kommunikationsfähigkeiten durch immersive Rollenspiele zu unterstützen. In einem realitätsnahen Krisenszenario übernehmen die Spieler*innen die Rolle einer Sozialarbeiter*in, der*die ein vertrauliches Gespräch mit einem vulnerablen jungen Menschen führt, der aufgrund seiner sexuellen Orientierung aus dem Elternhaus ausgeschlossen wurde.
Durch die gezielte Anleitung der Spieler*innen in emotional herausfordernden Dialogsituationen fördert das Spiel zentrale soziale Kompetenzen wie Empathie, emotionale Selbstregulation und aktives Zuhören.
Die Simulation ist nicht als Test konzipiert, sondern als ein Raum, in dem die Feinheiten menschlicher Interaktion in Situationen mit vulnerablen Gesprächspartner*innen erkundet werden können – ein Aspekt, der im traditionellen Unterricht oft schwer zu vermitteln ist.
Über die Kompetenzentwicklung hinaus zielt das Projekt darauf ab, das Bewusstsein für die Herausforderungen marginalisierter Jugendlicher zu schärfen. Das Szenario regt die Spieler*innen dazu an, eigene Annahmen und Kommunikationsstrategien zu reflektieren, und schafft so Raum für berufliches Wachstum und persönliche Erkenntnisse.

© XR Troopers
Projektschritte
Um diese Idee zum Leben zu erwecken, arbeitete ein Team internationaler Studierender mit Hintergründen in IT und Filmproduktion gemeinsam an der Konzeption und Entwicklung des Prototyps. Die Arbeit begann mit einer Phase der Recherche und Konzeptentwicklung, gefolgt von Interviews mit Studierenden der Sozialen Arbeit, um sicherzustellen, dass die Handlung reale Erfahrungen und Bedürfnisse widerspiegelt.
Das Spiel wurde mit der Open-Source-Engine Godot entwickelt, die aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und Unterstützung für VR-Umgebungen ausgewählt wurde. Zur Strukturierung des Arbeitsprozesses kam die Scrum-Methode zum Einsatz: Das Team organisierte seine Aufgaben in iterativen Sprints. Tools wie Jira und GitLab wurden zur Verwaltung von Projektaufgaben und Code-Versionen verwendet, während Miro die kollaborative Planung und Gestaltung unterstützte.
Das narrative Schreiben spielte während des gesamten Entwicklungsprozesses eine zentrale Rolle. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, Dialoge zu verfassen, die emotional authentisch wirken und gleichzeitig flexibel genug sind, um verschiedene Handlungsverläufe durch Nutzer*innenentscheidungen zu ermöglichen. Das Verhalten der Charaktere wurde so gestaltet, dass eine sensible Reaktion auf die Äußerungen der Spielenden simuliert wurde, um ein realistisches Gesprächserlebnis zu bieten.
Der Prototyp wurde sowohl intern als auch in Tests mit externen Nutzer*innen erprobt – darunter Studierende der Sozialen Arbeit und Entwickler*innen. Diese Testphasen lieferten wertvolle Erkenntnisse hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit, emotionaler Wirkung und Nutzer*innenengagement. Das Feedback wurde sorgfältig ausgewertet und floss in die Weiterentwicklung des Interaktionsdesigns sowie in die Anpassung des Erzähltempos ein.
Ergebnisse
Die finale Version des Prototyps bietet ein emotional fesselndes, pädagogisch relevantes Erlebnis, das sowohl im Unterricht als auch in individuellem Training eingesetzt werden kann. Die Projektergebnisse zeigen, wie digitales Storytelling und VR-Technologie nicht nur zur Simulation von Handlungen, sondern auch zur Förderung zwischenmenschlicher Kompetenzen eingesetzt werden können.

© XR Troopers, 2025. Erstellt im Rahmen von Erasmus+ an der FH St. Pölten.
Dieses Projekt wurde im Rahmen des European Project Semester (EPS) umgesetzt. Das Programm ermöglicht Studierenden, ein Semester lang an einer Partnerhochschule in einem internationalen und multidisziplinären Team an einer praxisnahen Projektaufgabe zu arbeiten.