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Checkliste für Zeug*innen von Diskriminierung, sexueller Belästigung und Gewalt
Die Hochschule für angewandte Wissenschaften St. Pölten (USTP) steht dafür, ein sicherer Ort für alle Menschen zu sein, an dem eine Kultur des gegenseitigen Respekts gelebt wird. Die USTP unterstützt Personen, die von Diskriminierung, sexueller Belästigung und/oder Gewalt betroffen sind.
Alle an der USTP arbeitenden und studierenden Personen sind im Rahmen ihrer Möglichkeiten dafür verantwortlich, bei diskriminierendem, sexuell belästigendem und gewalttätigem Verhalten hinzuschauen, einzuschreiten und dieses im besten Fall zu verhindern.
Wenn du Zeug*in eines Vorfalls wirst, solltest du handeln und deine Unterstützung anbieten.
Bist du Führungskraft?
Aufgrund der Fürsorgepflicht als Arbeitgeber*in bist du verpflichtet, tätig zu werden. Wenn du Zeug*in eines Vorfalls wirst, informiere die betroffene Person umgehend darüber, dass du weitere Maßnahmen ergreifen musst. Diese Checkliste für Führungskräfte informiert über das genaue Vorgehen.
Das Wichtigste in Kürze
Auf der Basis folgender Aspekte darf niemand an der USTP benachteiligen, ungerecht oder respektlos behandeln:
Geschlecht / Familienstand / Elternschaft · sexuelle Orientierung · ethnische Zugehörigkeit · Religion / Weltanschauung · Alter · Behinderung / chronische Erkrankung · soziale Herkunft · körperliches Erscheinungsbild (Bodyshaming)
Dies gilt insbesondere auch bei sexueller Belästigung. Diskriminierung, Belästigung und/oder Gewalt kann von verbalen Äußerungen, Gesten, Blicken, psychischen Manipulationen bis hin zu unerwünschten Berührungen und körperlicher Nähe reichen. Das gilt auch im virtuellen Raum und bei allen Veranstaltungen im Zusammenhang mit der USTP.
Auf dieser Seite
Rechtlicher Rahmen
Der Satzungsteil 3 (Gleichstellung und Frauenförderung) informiert über die geltenden Bestimmungen an der USTP im Fall von Diskriminierung, sexueller Belästigung und/oder Gewalt sowie deren Definitionen.
Dein Handlungsrahmen als Zeug*in
Handle präventiv
- Sorg für eine Arbeits- und Studienumgebung, in der alle Mitarbeitenden und Studierenden respektvoll behandelt werden und Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Gewalt nicht toleriert werden.
- Sei ein Vorbild: Thematisiere erwünschte Umgangsformen und das Studien- und Arbeitsklima in deinem Umfeld aktiv.
- Lern, erste Anzeichen von Diskriminierung, sexueller Belästigung und Gewalt zu erkennen. Verhaltensweisen, die oft übersehen oder normalisiert werden, können zu schwerer Gewalt eskalieren.
- Informier dich über die Beratungsmöglichkeiten und Bestimmungen in der USTP-Satzung.
- Nutz die Möglichkeit von Schulungen und fördere auch die Sensibilisierung deiner (Mit-)Studierenden oder Kolleg*innen.
Schau nicht weg
- Schau niemals weg, wenn es zu Diskriminierung, sexueller Belästigung und/oder Gewalt kommt.
- Verharmlos das Verhalten nicht. Verhaltensweisen, die oft übersehen oder normalisiert werden, können zu schwerer Gewalt eskalieren.
- Eine unterstützende Haltung gegenüber Betroffenen stärkt sie, kann unter Umständen eine Eskalation verhindern und zeigt allen, dass Diskriminierung, Belästigung und Gewalt nicht toleriert werden.
- Je nach Situation kann unterschiedliches Handeln angemessen sein: Manchmal bedeutet das, dich direkt in der Situation gegen eine Grenzüberschreitung zu positionieren (z. B. bei abwertenden Witzen in einer Runde), manchmal bedeutet das, Betroffenen im Nachhinein Unterstützung anzubieten.
Biete weitere Unterstützung an
- Frag die betroffene Person, wie es ihr mit der Situation geht und was sie braucht (vielleicht nach draußen gehen, sich hinsetzen, jemanden anrufen).
- Sag der betroffenen Person, dass du das Verhalten wahrgenommen und als falsch empfunden hast.
- Vermittle ihr, dass ihr zugehört und ihre Wahrnehmung ernst genommen wird.
- Beurteile nicht das Verhalten der betroffenen Person: Wenn Personen mit Diskriminierung, Belästigung und/oder Gewalt konfrontiert werden, können sie auf unterschiedliche Weise reagieren. Das Verhalten sollte niemals dazu verwendet werden, die Glaubwürdigkeit der Meldung infrage zu stellen oder ihr die Schuld zuzuweisen.
- Deine Aufgabe ist es nicht, den Sachverhalt zu klären, sondern Unterstützung anzubieten.
- Setz die Person nicht unter Druck, weitere Schritte zu unternehmen. Respektiere ihre Entscheidungen und Bedürfnisse, handle nicht ohne ihre Zustimmung und geh auf ihr Tempo ein.
- Respektiere die Vertraulichkeit der Person: Teile keine Details der Situation mit anderen.
- Mach dir aber persönliche Notizen über beobachtete Vorfälle.
| Sag lieber | Vermeide |
|---|---|
| Ich habe das Verhalten als respektlos empfunden. | Es ist nur ein Witz / es ist nur ein Flirt. Diese Person ist so nett, die hast du bestimmt falsch verstanden. | |
| Wie fühlst du dich? | Du denkst zu viel nach. Du reagierst zu emotional. Du übertreibst. |
| Es ist nicht deine Schuld. | Wieso warst du auch betrunken? Wieso hast du das angezogen? Warum hast du nicht anders reagiert? |
| Was brauchst du? Ich bin hier, um dich zu unterstützen. | Wenn ich du wäre, hätte ich ... Wieso tust du jetzt nicht ...? |
Hol dir Unterstützung
Informier dich über weitere Möglichkeiten: Der Satzungsteil 3 (Gleichstellung und Frauenförderung) beschreibt Beratungs- und Meldemöglichkeiten sowie Maßnahmen und Sanktionen nach Meldung eines Vorfalls.
Auch eine Weitervermittlung an geeignete externe Stellen kann hilfreich sein. Eine Übersicht bietet die Seite Hilfe bei Diskriminierung, sexueller Belästigung und Gewalt unter „Externe Anlaufstellen".
Achte auf ausreichend Selbstfürsorge: In belastenden Situationen stehen dir folgende Anlaufstellen offen:
- Gender & Diversity Team – auf Wunsch wirst du als Zeug*in ebenso wie betroffene Personen während des gesamten Prozesses begleitet.
- Notfall- und Krisenmanagement
- Externe psychologische Beratung (Praxis für Psychologie und Medizin, Dr. Schmid & Dr. Schmid) – völlig anonym bis zu 3 x pro Jahr, bzw. bei beruflicher Überlastung (nach einem vorausgehenden Gespräch mit einem Mitglied der Steuerungsgruppe Burnout) bis zu 5 x pro Jahr.