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Machine Ready: Reporting für die Next Gen

Beim 17. Geschäftsberichte-Symposium des Center for Corporate Reporting (CCR) in Zürich gestaltete der Master-Studiengang Digital Business Communications der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten gemeinsam mit der Universität Leipzig einen interaktiven Workshop zur Zukunft der Finanzkommunikation und des Corporate Reportings.

Unter dem Titel „Next Generation: Narrative statt Zahlen?“ diskutierten Monika Kovarova-Simecek, Studiengangsleiterin des Masters Digital Business Communications an der USTP, und Christian Hoffmann von der Universität Leipzig mit dem Fachpublikum, wie sich Geschäftsberichte, Corporate Websites und digitale Unternehmenskommunikation verändern müssen, wenn Informationen zunehmend auch von KI-Systemen gelesen, verarbeitet und weitergegeben werden.

Finanzkommunikation im Wandel

Ausgangspunkt des Workshops war eine zentrale Entwicklung: Investor*innen, Stakeholder und insbesondere die „Next Generation“ nutzen zunehmend Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT, um sich ein Bild von Unternehmen, deren Strategie, Risiken, Nachhaltigkeitsleistung oder finanzieller Entwicklung zu machen.

Damit verändern sich die Anforderungen an Unternehmenskommunikation grundlegend. Finanzkommunikation richtet sich nicht mehr ausschließlich an Menschen, sondern zunehmend auch an Maschinen. Inhalte müssen so aufbereitet sein, dass sie von KI-Systemen erkannt, eingeordnet und als relevant bewertet werden können.

Warum Unternehmen „machine ready“ werden müssen

Eine zentrale Botschaft des Workshops lautete: Unternehmen müssen künftig nicht nur „future fit“, sondern auch „machine ready“ sein. Wer in einer KI-geprägten Informationslandschaft sichtbar, verständlich und relevant bleiben möchte, muss Inhalte so gestalten, dass sie sowohl für Menschen überzeugend als auch für Maschinen zugänglich sind.

Das betrifft unter anderem digitale Geschäftsberichte, Corporate Websites, Investor-Relations-Inhalte, Nachhaltigkeitsinformationen und Social-Media-Kommunikation. Erfolgreiche Finanzkommunikation der Zukunft verbindet damit klassisches Storytelling mit strukturierten, maschinenlesbaren Informationen.

Forschung aus Digital Business Communications

In den Workshop flossen Forschungsarbeiten aus dem Master-Studiengang Digital Business Communications und der Universität ein. Im Mittelpunkt standen Fragen zum Informationsverhalten der Next Gen, zu neuen Intermediären wie Finfluencern, zur Sichtbarkeit von Unternehmensinformationen in Large Language Models, zur Rolle digitaler Reporting-Formate und zur Bedeutung von Narrativen in der Kapitalmarktkommunikation.

Besonders relevant war dabei die Frage, welche Informationen KI-Systeme heranziehen, wie Unternehmensinhalte verarbeitet werden und welche Rolle digitale Auffindbarkeit, Struktur und Verständlichkeit künftig für Investor Relations und Corporate Reporting spielen.

Interaktiver Workshop mit Studierenden

Der Workshop war bewusst interaktiv angelegt. Gemeinsam mit dem Fachpublikum wurden konkrete Beispiele analysiert und diskutiert. Einen wichtigen Beitrag leisteten dabei Annika Graf und Felix Hüttenbrenner, Studierende des Master-Studiengangs Digital Business Communications.

Anhand des digitalen Auftritts der SIKA AG, eines weltweit tätigen Schweizer Spezialchemieunternehmens und Marktführers im Bereich der chemischen Baustoffe, zeigten sie, wie Corporate Websites, Geschäftsberichte und digitale Kommunikationsinhalte gestaltet sein können, um sowohl von jüngeren Menschen als auch von KI-Systemen als relevant und wertvoll wahrgenommen zu werden.

Damit wurde sichtbar, wie praxisnah Forschung und Lehre im Studiengang Digital Business Communications miteinander verbunden sind: Studierende bringen sich bei unterschiedlichen Anlässen aktiv in aktuelle Branchendebatten ein und arbeiten an Fragen, die für die Zukunft der Unternehmenskommunikation zentral sind.

Machine Relations als neues Paradigma

In der Kommunikation geht es immer um die Beziehung - um Relations. Suchmaschinen, Algorithmen oder LLMs sind längst zu neuen Intermediären geworden. Für Corporate Communications und Reporting bedeutet das: Unternehmen müssen lernen, nicht nur mit Menschen, sondern auch mittels Maschinen Stakeholder zu erreichen. 

Unternehmen müssen also „Machine Relations“ in ihren Fokus rücken - ein Begriff, der in der Diskussion mit dem Fachpublikum geprägt von Monika Kovarova-Simecek entstand und besondere Aufmerksamkeit erhielt. Gemeint ist damit die Beziehung zwischen Unternehmen und jenen KI-Systemen, die Informationen filtern, interpretieren und an Nutzer*innen weitergeben.

Sichtbar bleiben in einer KI-geprägten Informationswelt

Der Workshop machte deutlich, dass sich Corporate Reporting und Finanzkommunikation in einem grundlegenden Umbruch befinden. Die Next Generation nutzt KI-gestützte Informationsverarbeitung selbstverständlich – und verändert damit die Erwartungen an Unternehmen nachhaltig.

Für Unternehmen wird es daher entscheidend, Inhalte strategisch, verständlich, narrativ überzeugend und technisch zugänglich zu gestalten. Oder kurz gesagt: Wer auch künftig sichtbar bleiben möchte, muss machine ready werden.

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FH-Prof. Mag. Kovarova-Simecek Monika

FH-Prof. Mag. Monika Kovarova-Simecek

Stellvertretende Leiterin des Kollegiums Studiengangsleiterin Digital Business Communications (MA) Studiengangsleiterin Digital Management und Sustainability (MA) Stellvertretende Studiengangsleiterin Management und Digital Business (BA) Department Digital Business und Innovation