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Nachhaltigkeit an der USTP gemeinsam stärken
Studierende entwickelten Konzepte, mit denen die USTP ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten systematischer erfassen, steuern und weiterentwickeln kann.
Nachhaltigkeit als gemeinsame Entwicklungsaufgabe
Wie kann eine Hochschule nachhaltiger werden? Neben ambitionierten Zielen, wirksamen Maßnahmen und guter Kommunikation braucht es dafür belastbare Daten, klare Verantwortlichkeiten und Prozesse, die Nachhaltigkeit dauerhaft in der Organisation verankern.
Im Praxisprojekt der Vertiefung CSR & ESG Management arbeiteten Studierende des Masterstudiums Digital Management & Sustainability an vier zentralen Handlungsfeldern der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten. Sie übernahmen dabei die Rolle externer Projektteams, analysierten bestehende Strukturen und entwickelten wissenschaftlich fundierte, praxisnahe Lösungsansätze.
Ein Projekt, vier miteinander verbundene Aufträge
Die vier Teilprojekte sind als Bestandteile eines größeren Vorhabens zur nachhaltigen Entwicklung der USTP zu verstehen. Ziel ist es, die grundlegende Infrastruktur für die Erhebung ESG-relevanter Daten weiterzuentwickeln und eine verlässliche Basis für Nachhaltigkeitsmanagement und Nachhaltigkeitsberichterstattung zu schaffen.
Nachhaltige Beschaffung
Das Projektteam untersuchte, wie ökologische, soziale und Governance-bezogene Anforderungen systematisch in Beschaffungsentscheidungen einfließen können. Im Mittelpunkt standen klare Entscheidungslogiken, Mindeststandards, Rollen und Verantwortlichkeiten sowie die Frage, wie Zielkonflikte zwischen Preis, Qualität, Funktionalität und Nachhaltigkeit transparent abgewogen werden können.
Dienstreisen und Mobilitätsmanagement
Im Mobilitätsprojekt analysierten die Studierenden Dienstreisen und Pendelmobilität aus ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Perspektive. Darauf aufbauend entwickelten sie Handlungsfelder, Maßnahmen und erste Umsetzungsperspektiven. Neben der Reduktion von Emissionen wurden auch Erreichbarkeit, Flexibilität, Akzeptanz und organisatorische Machbarkeit berücksichtigt.
Automatisierung der ESG- und Klimadatenerhebung
Eine belastbare Treibhausgasbilanz und ESG-Berichterstattung setzen konsistente und nachvollziehbare Datenprozesse voraus. Das Projektteam analysierte relevante Datenquellen, Systeme, Schnittstellen und Verantwortlichkeiten. Ziel war ein praxisnahes Zielbild, das zeigt, an welchen Stellen Standardisierung und Automatisierung sinnvoll sind und wie Datenqualität und Nachvollziehbarkeit schrittweise verbessert werden können.
Verhaltensänderung durch Green Nudging
Technische und organisatorische Maßnahmen allein reichen für nachhaltige Transformation nicht aus. Auch Routinen und alltägliche Entscheidungen spielen eine wichtige Rolle. Das Green-Nudging-Team entwickelte einen evidenzbasierten Rahmen für Interventionen, die nachhaltige Entscheidungen erleichtern, ohne Optionen zu verbieten oder Menschen zu bevormunden. Ein besonderer Fokus lag auf Transparenz, Wahlfreiheit, ethischer Vertretbarkeit und der Messbarkeit möglicher Wirkungen.
Methodisches Vorgehen
Je nach Aufgabenstellung kombinierten die Teams unterschiedliche Methoden. Dazu gehörten Literatur- und Dokumentenanalysen, Benchmarking, Interviews und Gespräche mit internen Stakeholder*innen, die Analyse bestehender Daten und Prozesse sowie Befragungen. Die Erkenntnisse wurden in Konzepten, Daten- und Prozessdarstellungen, Maßnahmenpaketen, Evaluationsansätzen und Implementierungsplänen zusammengeführt.
Ergebnisse und Nutzen für die USTP
Die Projekte liefern der USTP Grundlagen für die weitere Entwicklung ihres Nachhaltigkeitsmanagements. Dazu zählen Ansatzpunkte für ESG-orientierte Richtlinien, strukturierte Daten- und Prozesslandschaften, Maßnahmen für nachhaltigere Mobilität und verhaltensbezogene Interventionen im Hochschulalltag.
Die konkreten Ergebnisse sind teilweise für die interne Weiterentwicklung bestimmt und werden aus Gründen des Datenschutzes, der Integrität und der Verschwiegenheit nicht vollständig veröffentlicht. Die entwickelten Grundansätze zeigen jedoch, wie Nachhaltigkeit auf strategischer, organisatorischer und operativer Ebene verankert werden kann.
Studierende als Co-Creator
Die Einbindung der Studierenden ist ein zentraler Bestandteil des gesamten Vorhabens. Studierende des Masters Digital Management & Sustainability arbeiten an Daten, Prozessen, Steuerungsmodellen und konkreten Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Parallel dazu konzipierten Studierende des Masters Digital Business Communications den ersten Nachhaltigkeitsbericht der USTP nach dem VSME-Standard sowie eine begleitende digitale Nachhaltigkeitskommunikationskampagne.
Durch diese Verbindung werden Nachhaltigkeitsmanagement, ESG-Datenerhebung, Reporting und Kommunikation nicht getrennt betrachtet, sondern als zusammenhängende Transformationsaufgabe verstanden.
Kompetenzen für die Praxis
Im Projekt vertieften die Studierenden zentrale Kompetenzen für ihre künftige Arbeit im CSR-, Nachhaltigkeits- und ESG-Management. Dazu zählen:
- Analyse komplexer Organisations- und Prozessstrukturen
- Erhebung, Strukturierung und Bewertung ESG-relevanter Daten
- Stakeholdermanagement und interdisziplinäre Zusammenarbeit
- Entwicklung von Strategien, Richtlinien und Maßnahmen
- Umgang mit Zielkonflikten und unterschiedlichen Interessen
- Konzeption von KPIs, Monitoring- und Evaluationsansätzen
- Übersetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in umsetzbare Lösungen
Projektleitung & Coaching
Geleitet wurde das Projekt von Viktoria Leitner, Nachhaltigkeitskoordinatorin der USTP. Sie verantwortete die Konzeption des Gesamtprojekts, koordinierte die Zusammenarbeit mit den internen Stakeholder*innen und begleitete die Studierenden während des gesamten Semesters mit fachlichem Coaching und regelmäßigem Feedback.
Einblicke in das Masterstudium
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie im berufsbegleitenden Masterstudium Digital Management & Sustainability gearbeitet wird: Studierende bearbeiten reale Transformationsaufgaben, verbinden Digitalisierung und Nachhaltigkeit und entwickeln in enger Zusammenarbeit mit Organisationen wissenschaftlich fundierte und anwendungsorientierte Lösungen.
Dipl.-Ing. (FH) Dr. techn. Viktoria Leitner
NachhaltigkeitskoordinatorinService- und Kompetenzzentrum für Hochschulentwicklung und Qualitätsmanagement